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Trumps Einreiseverbot tritt Donnerstag in Kraft

US-Präsident Donald Trump kassierte mit seinem Einreisestopp bei Bundesgerichten Abfuhr um Abfuhr. Nun gibt ihm das Oberste Gericht teilweise Recht.

Einreiseverbot von Trump: Menschenrechtler sind entsetzt. (Video: Tamedia/AFP)

Abfuhr um Abfuhr kassierte Trump über Monate hinweg bei US-Bundesgerichten, wenn es um sein Einreiseverbot ging. Jetzt gibt ihm das Oberste Gericht zwar nicht absolut Recht, aber ziemlich genau die Atempause, die der Präsident gefordert hatte.

Fake Top-Gun-Clip: Donald Trump Junior hat ein Video getweetet, das seinen Vater beim Abschuss eines CNN-Jets zeigt.
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AP/Kathy Willens, Keystone
Auch in Maryland bläst der Wind wie verrückt: Donald Trump versucht, den Hut eines Offiziers einzufangen, den es diesem vom Kopf weht. (8. Juli 2017)
Auch in Maryland bläst der Wind wie verrückt: Donald Trump versucht, den Hut eines Offiziers einzufangen, den es diesem vom Kopf weht. (8. Juli 2017)
AP/Evan Vucci, Keystone
Als Teilbesitzer von Starrett City – eine subventionierte Wohnsiedlung im New Yorker Stadtteil Brooklyn – verdient der US-Präsident jährlich mehrere Millionen.
Als Teilbesitzer von Starrett City – eine subventionierte Wohnsiedlung im New Yorker Stadtteil Brooklyn – verdient der US-Präsident jährlich mehrere Millionen.
Wikimedia Commons/DoomDan515
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Das Oberste US-Gericht hat Teile des Einreiseverbots von Präsident Donald Trump für Einwohner sechs überwiegend muslimischer Staaten zugelassen. Die neun Obersten Richter wiesen am Montag Entscheidungen der Vorinstanz zurück, die Trumps Anordnung gestoppt hatte. Dies ist jedoch nur eine vorläufige Entscheidung, weitere Anhörungen in dem Fall sind für Oktober angesetzt. Unterdessen wird der Einreisestopp erneut ab Donnerstagmorgen gelten.

US-Aussenamtssprecherin Heather Nauert sagte, nach der Entscheidung des Supreme Court werde das Verbot innerhalb von 72 Stunden durchgesetzt. Der 90-tägige Einreisestopp ist laut US-Regierung nötig, um die bisherigen Kontrollen für Visagenehmigungen auf den Prüfstand zu stellen. Eine entsprechende Überprüfung sollte bis zum 2. Oktober abgeschlossen sein – dann werden die Richter neue Anhörungen dazu aufnehmen.

«Professionell» informieren

Bis dahin wollten die USA Reisende ins Land sowie die Reiseindustrie «professionell, organisiert und fristgerecht» informieren, so Nauert. Das Aussenministerium müsse zudem nun mit Justiz- und Heimatschutzbehörden absprechen, wie der Einreisestopp konkret durchgesetzt werde. Gleiches gelte für Behörden, die für Flüchtlinge zuständig sind. Denn auch in der Sache hatte der Supreme Court entschieden, den Einreisestopp von 120 Tagen für Flüchtlinge teilweise wieder in Kraft zu setzen.

Trump hatte das Verbot bereits eine Woche nach seinem Amtsantritt erlassen. Es galt für Bürger Iraks, Irans, Libyens, Somalias, Sudans, Syriens und Jemens und führte zu teilweise dramatischen Szenen an US-Flughäfen. Bis zu 60'000 Ausländer durften nicht einreisen, obwohl sie teilweise berufliche Verpflichtungen oder Familien in den USA hatten. Zwei US-Bundesgerichte setzten das Verbot aus, weil sie es für diskriminierend hielten. In einem zweiten Erlass nahm Trump den Irak von der Liste, doch auch diese Version wurde gestoppt.

Anschliessend ging Trump die Richter via Twitter harsch an und argumentierte, das auf 90 Tage befristete Einreiseverbot diene der Sicherheit der USA, weil es Terroranschläge verhindere.

Einreiseverbot mit Ausnahme

Das Oberste Gericht setzte das Einreiseverbot nun mit einer Ausnahme wieder in Kraft: Menschen, die einen glaubwürdigen Anspruch auf eine echte Verbindung mit einer Person oder einem Rechtsträger in den Vereinigten Staaten unterhalten, dürften weiter einreisen, erklärte das Gericht. Das betreffe etwa Menschen, die enge Angehörige in den USA haben oder – wenn sie für Arbeit oder Studium einreisen wollen – eine Verbindung in die USA mit den üblichen Dokumenten nachweisen.

Der konservative Richter Clarence Thomas sagte, das Interesse der Regierung an der nationalen Sicherheit wiege schwerer als jede Härte für Menschen, die nun nicht mehr einreisen dürften. Er kritisierte zudem die vom Gericht beschlossenen Ausnahmen vom Einreiseverbot. Seine Kollegen Samuel Alito und Neil Gorsuch schlossen sich an.

Trump erklärte, die Entscheidung des Gerichts sei ein «eindeutiger Sieg für die nationale Sicherheit». Seine oberste Priorität sei die Sicherheit der Amerikaner. Dagegen verwiesen Einwanderungsexperten darauf, dass das Verbot nach den vom Gericht verfügten Einschränkungen nur noch vergleichsweise wenige Personen betreffe. Auch das Schweigen der liberalen Richter zeige, dass Trumps Erfolg nicht besonders gross sei.

Ein Anwalt der US-Bürgerrechtsorganisation ACLU sagte, nun sei es wichtig, sicherzustellen, dass die US-Regierung den Vorgaben des Einreise-Erlasses wirklich folge – und ihn nicht als Hintertür für ein volles Einreiseverbot für Muslime benutze.

AP/chk

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