Trumps aggressive Twitter-Botschaften für 2019

Der Präsident legt sich am ersten Tag des neuen Jahres im Kurznachrichtendienst mächtig ins Zeug. Und das US-Militär muss sich entschuldigen.

In alter Frische am Neujahrstag: Der US-Präsident grüsst 2019 auf seine Weise. (21. Dezember 2018)

In alter Frische am Neujahrstag: Der US-Präsident grüsst 2019 auf seine Weise. (21. Dezember 2018)

(Bild: Keystone Evan Vucci (AP))

Mit einer aggressiven Breitseite gegen seine politischen Gegner und kritische Medien hat US-Präsident Donald Trump das neue Jahr begrüsst. «Frohes neues Jahr für alle, auch die Hasserfüllten und die Fake-News-Medien», erklärte der US-Präsident am Dienstag in einem ausschliesslich in Grossbuchstaben verfassten Text im Kurzbotschaftendienst Twitter.

2019 werde ein fantastisches Jahr für alle sein, die nicht am «Trump-Stören-Syndrom» litten. Seine Gegner rief er auf, sie sollten sich beruhigen und die schönen Dinge geniessen, die in den USA derzeit passierten.

Später twitterte er noch ein knappes «Frohes neues Jahr!», bevor er dann erneut seine politischen Gegner in der üblichen polemischen Form attackierte. Den oppositionellen Demokraten, die eine Finanzierung der von ihm geforderten Mauer an der Grenze zu Mexiko ablehnen, hielt der US-Präsident vor, sich nicht um die offensichtlichen Probleme zu scheren. «Offene Grenzen und das damit verbundene Verbrechen und die Drogen sind ihnen egal», schrieb er.

Dem 45. US-Präsidenten wird vorgeworfen, mit seiner aggressiven, stets über Twitter verbreiteten Rhetorik das politische Klima in den USA zu vergiften. Er selbst sieht sich als Opfer einer systematischen Kampagne der grossen Medienhäuser wie CNN oder «New York Times», denen er bei jeder Gelegenheit vorwirft, bewusst zu seinem Nachteil «Fake News», also Falschnachrichten, zu verbreiten.

«Geschmackloser» Tweet der Streitkräfte

Auch die Armee meldete sich auf sozialen Medien. Das US-Militär entschuldigte sich für einen provokanten Neujahrsgruss im Onlinedienst Twitter. Die Videobotschaft «war geschmacklos und spiegelt nicht unsere Werte wider», erklärte das Strategische Kommando der US-Streitkräfte (US-Stratcom) am Montag. Das Stratcom, das für das Atomwaffenarsenal der USA zuständig ist, hatte zu Silvester ein Video veröffentlicht, das ein US-Kampfflugzeug beim Abwurf von Bomben zeigt.

Mit Blick auf die glitzernde Riesenkugel, die alljährlich zum Jahreswechsel am New Yorker Times Square an einer Stange herabgelassen wird, hiess es in dem Tweet: «Falls es einmal nötig sein sollte, sind wir bereit, etwas viel, viel Grösseres fallen zu lassen.» Ein Stratcom-Sprecher sagte dem Sender NBC News, bei der Bombe in dem Video habe es sich nicht um eine Atombombe gehandelt. Der umstrittene Tweet wurde nach kurzer Zeit gelöscht.

fal/afp

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