Zum Hauptinhalt springen

Trump will wieder Landminen einsetzen

Trotz der internationalen Ächtung der tödlichen Waffen wird sie das US-Militär künftig wieder weltweit einsetzen. Hilfswerke sind entsetzt.

Hebt die Regelung seiner Vorgänger auf: US-Präsident Donald Trump. (31. Januar 2020) Bild: Yuri Gripas/Reuters
Hebt die Regelung seiner Vorgänger auf: US-Präsident Donald Trump. (31. Januar 2020) Bild: Yuri Gripas/Reuters

Landminen bleiben oft lange nach Kampfhandlungen verborgen unter der Erde. Sie töten und verletzen jedes Jahr Tausende Menschen. Fast alle Staaten der Welt haben sich deswegen auf ein Verbot verständigt. Doch Präsident Trump will die Waffen wieder einsetzen.

Trotz der internationalen Ächtung von Landminen kann das US-Militär die gefährlichen Waffen künftig wieder weltweit einsetzen. Hilfsorganisation reagierten entsetzt auf diese Ankündigung von US-Präsident Donald Trump.

Die neue Politik könne zum Todesurteil für unschuldige Menschen werden, erklärte Eva Maria Fischer von der Hilfsorganisation Handicap International Deutschland. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) erklärte, der Einsatz von Landminen, der bereits so viele Zivilpersonen getötet habe, sei unter keinen Umständen und für kein Land gerechtfertigt.

Verbot in 160 Ländern

Mehr als 160 Staaten haben in einem internationalen Vertrag das Verbot von Landminen vereinbart, weil diese oft noch lange nach dem Ende militärischer Kampfhandlungen vor Ort verbleiben. Bei Minenexplosionen werden jedes Jahr Tausende Zivilpersonen verletzt, verstümmelt oder getötet.

Häufig sind die Opfer Kinder, die im Freien spielen und dort auf eine Mine treten. In vielen Fällen müssen Verletzten die Beine amputiert werden.

Trump habe die von der Vorgängerregierung verfügte Beschränkung der Möglichkeit zum Einsatz von Minen auf die koreanische Halbinsel aufgehoben, erklärte das Weisse Haus am Freitag. Die Kommandeure dürften künftig in aussergewöhnlichen Umständen fortschrittliche, nicht permanente Landminen einsetzen, hiess es.

Die Aufhebung der Beschränkung der Minennutzung soll dem «Militär die Flexibilität und die Fähigkeit geben, die es zum Siegen braucht».

Moderne Landminen

Das Verteidigungsministerium erklärte, es würden nur moderne Landminen eingesetzt, die einen Mechanismus zur Selbstzerstörung und einen zur Deaktivierung aus der Ferne besässen.

Es würden die möglichen Vorsichtsmassnahmen getroffen, um Zivilisten vor Landminen zu schützen, hiess es. Einmal aktivierte Landminen sollen sich demnach nach spätestens 30 Tagen selbst zerstören. Es sei allerdings zulässig, Gebiete oder Stützpunkte dauerhaft mit Minen zu schützen, die nach Bedarf aus der Ferne scharf gestellt werden können.

«Landminen sind neben vielen anderen ein wichtiges Werkzeug, das unseren Kommandeuren auf dem Schlachtfeld zur Verfügung stehen muss», sagte Verteidigungsminister Mark Esper vor der Bekanntgabe der Neuregelung. Das US-Militär gehe das Thema mit grosser Sorgfalt an.

SDA/oli

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch