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«Wir Amerikaner sind auch Dreamer»

Während rund 80 Minuten hielt US-Präsident Donald Trump seine erste Rede zur Lage der Nation. Die Republikaner waren begeistert, die Demokraten verweigerten ihm den Applaus.

«America First»: Trumps erste Rede zur Lage der Nation. (Video: Tamedia/AFP/AP)

In seiner ersten Rede zur Lage der Nation hat US-Präsident Donald Trump mit viel Pathos an die Einigkeit des Volkes und der Politik appelliert. «Die Lage der Nation ist stark, weil unser Volk stark ist», so Trump am Dienstagabend in der Kammer des US-Abgeordnetenhauses in Washington. Er werde beiden Parteien eine Hand reichen, um die Bürger, egal welcher Hautfarbe oder Glaubensrichtung, zu schützen, so Trump. Der «neue amerikanische Augenblick» sei gekommen. «Gemeinsam müssen wir den amerikanischen Traum beschützen. Amerikaner sind auch Dreamer.»

«An jeden Bürger, der heute Abend zu Hause zuschaut: Egal, wo du gewesen bist oder wo du herkommst – das ist deine Zeit», sagte der Präsident. «Wenn du hart arbeitest, wenn du an dich glaubst, wenn du an Amerika glaubst, dann kannst du von allem träumen, du kannst alles sein und gemeinsam können wir alles erreichen», so Trump vor den Politikern und geladenen Gästen.

Hält seine erste Rede zur Lage der Nation: US-Präsident Donald Trump. (30. Januar 2018)
Hält seine erste Rede zur Lage der Nation: US-Präsident Donald Trump. (30. Januar 2018)
Win McNamee, AFP
Trump schüttelt auf dem Weg zu seinem Rednerpult zahlreiche Hände.
Trump schüttelt auf dem Weg zu seinem Rednerpult zahlreiche Hände.
Mandel Ngan, AFP
Protest gegen Trump: Auf einem Gebäude in Washington wird eine Schrift angezeigt. (30. Januar 2018)
Protest gegen Trump: Auf einem Gebäude in Washington wird eine Schrift angezeigt. (30. Januar 2018)
Alex Brandon, Keystone
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Mehr Rückblick als Ausblick

An die Vertreter beider Parteien gerichtet, forderte er, eine gemeinsame Grundlage zu suchen. In seinen ersten Worten erinnerte Trump an die Naturkatastrophen, die die USA zuletzt getroffen hatten – Hurrikans in Florida und Texas sowie Waldbrände in Kalifornien. «Wir sind bei euch.»

Unter den Buhrufen der Demokraten erklärt Trump seine Migrationspolitik. (Video: Youtube/CNN)

An manchen Stellen erschien Trumps Rede mehr als Rückblick auf sein erstes Amtsjahr statt als Ausblick auf seine Agenda im Jahr 2018. Er widmete der geplanten Steuerreform einige Redezeit. Die Reform werde «gewaltige Entlastungen für die Mittelschicht und kleine Unternehmen» bringen. Das den Republikanern sehr wichtige Thema der Gesundheitsvorsorge erwähnte Trump nur kurz.

Er lobte hingegen seine Entscheidung, aus dem Transpazifischen Handelsabkommen auszutreten. «Die Ära der wirtschaftlichen Ergebung ist gänzlich vorbei», sagte Trump. Bei Verhandlungen über ein geplantes Einwanderungsgesetz forderte er, die «Politik beiseite» zu legen. Es gebe «tödliche Schlupflöcher» und «offene Grenzen», die Drogen und kriminelle Banden ins Land liessen.

Beifall der Republikaner

Dabei betonte er die Geschichte von zwei Familien, deren Töchter durch Bandenmitglieder der Gruppe MS-13 getötet wurden, die sich aus Einwanderern zusammensetzt. Die Eltern der Opfer waren bei der Rede anwesend.

Donald Trump stellt die Eltern von zwei ermordeten Töchtern vor. (Video: Youtube/CNN)

Trump erhielt von den Republikanern mehrfach frenetischen Applaus und Beifall im Stehen. Für die Demokraten war die Rede eher eine nüchterne Angelegenheit – sie konnten sich an vielen Stellen nur zu höflichem Applaus hinreissen lassen. Rund zwei Dutzend Mitglieder der demokratischen Partei blieben während der gesamten Rede sitzen und verweigerten Trump Applaus.

Kleiderwahl der Demokraten

Vor der ersten Rede von US-Präsident Donald Trump zur Lage der Nation haben die Demokraten im Kongress auf eine spezielle Kleiderwahl gesetzt. Fast alle Demokratinnen trugen die Farbe Schwarz, um sich mit der Bewegung «MeToo» zu solidarisieren. Viele männliche Politiker trugen Buttons mit dem Aufdruck «Time's Up», um sich gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz auszusprechen. First Lady Melania Trump erschien hingegen im weissen Hosenanzug.

Demokraten tragen Schwarz: Damit wollen sie ihr Mitgefühl mit Missbrauchsopfern zum Ausdruck bringen. Video: Tamedia/AFP

Auf anderen Knöpfen stand der Name «Recy» - in Erinnerung an Recy Taylor, eine schwarze Frau aus dem ländlichen Alabama, die 1944 von sechs weissen Männern vergewaltigt worden war. Trotz Geständnissen waren die Täter damals nicht angeklagt worden. Der Fall hatte die Bürgerrechtsbewegung befeuert.

AP/AFP/chk

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