Trump erwägt militärische Schritte gegen Maduro

Bisher hatte die Trump-Regierung auf die politische Krise in Venezuela mit Sanktionen geantwortet. Nun verschärft der US-Präsident jedoch seinen Ton.

Militäreinsatz: Trump bringt militärische Schritte in Venezuela ins Spiel. (Video: Tamedia/AFP)
Video: Keystone

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US-Präsident Donald Trump schliesst nach eigenen Angaben eine militärische Intervention im Konflikt um die politische Krise in Venezuela nicht aus. Dies sei ein Weg, der eingeschlagen werden könnte, sagte Trump am Freitag in seinem Golfclub in Bedminster in New Jersey.

Trump, der den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro als Diktatoren bezeichnete, beklagte die humanitären Umstände in dem südamerikanischen Land und erklärte, dass alle Möglichkeiten auf dem Tisch lägen.

Telefongespräch abgelehnt

Ein Gesuch Maduros, mit Trump am Freitag zu telefonieren, sei inzwischen vom Weissen Haus abgelehnt worden. «Präsident Trump wird gerne mit dem Führer Venezuelas sprechen, sobald die Demokratie in diesem Land wiederhergestellt ist», hiess es in der Erklärung.

Zuvor hatte die Trump-Regierung gegen Maduro und mehr als zwei Dutzend aktuelle oder frühere Regierungsbeamte in der vergangenen Woche Sanktionen verhängt. Anlass ist unter anderem das harte Vorgehen gegen Regierungsgegner, aber auch die Wahl und Einsetzung der neuen Verfassungsversammlung. Ein militärisches Einschreiten der USA in Venezuela würde jedoch eine aussergewöhnlich harte Antwort darstellen.

Pentagon weiss nichts von konkreten Plänen

Trumps Äusserung unterstützte in den Augen der Maduro-Regierung ihre Vorwürfe, dass die USA Imperialisten seien. Trumps Bemerkung sei «die erheblichste und unverschämtestes Drohung, die jemals gegen das Vaterland von Bolívar gemacht wurde», sagte der Informationsminister Venezuelas, Ernesto Villegas, mit Blick auf den Helden der Unabhängigkeit des Landes, Simón Bolívar. Villegas rief alle Venezolaner auf, sich gegen Interventionen aus dem Ausland zu wehren.

Das Pentagon gab bekannt, es habe zwar Pläne für alle Eventualitäten - ein konkretes Vorhaben für eine militärische Intervention in Venezuela gäbe es jedoch nicht. US-Vizepräsident Mike Pence sollte am Sonntag für eine sechstägige Reise durch Lateinamerika als erste Station in Kolumbien eintreffen. Pence wird zudem nach Argentinien, Chile und Panama reisen. es wird erwartet, dass die politische Krise in Venezuela das Hauptthema der Rundreise seien wird.

Drahtzieher auf Anschlag gefasst

Unterdessen wurden fünf Tage nach dem Angriff auf einen Armeestützpunkt in Venezuela die Verantwortlichen für die «paramilitärische und terroristische» Attacke festgenommen. Dies erklärte Verteidigungsminister Vladimir Padrino am Freitag.

Es handele sich um den Hauptmann Juan Caguaripano und den Oberleutnant Jefferson García. Sie würden eine «exemplarische Strafe» erhalten, kündigte Padrino an.

20 Männer in Uniform hatten am Sonntag einen Stützpunkt in Valencia im Nordwesten des Landes angegriffen. Zwei Angreifer wurden nach Angaben der Regierung bei mehrstündigen Gefechten mit der Armee getötet. Acht weitere Personen wurden festgenommen. Caguaripano und García konnten entkommen.

Botschafter muss Peru verlassen

Aus Angst vor einer Diktatur in Venezuela wies Peru den venezolanischen Botschafter aus. Wie das Aussenministerium in Lima am Freitagabend (Ortezeit) mitteilte, habe Botschafter Diego Molero fünf Tage Zeit, das Land zu verlassen.

Begründet wurde der Schritt mit einer «unakzeptablen» Antwort der Regierung des sozialistischen Staatschefs Nicolás Maduro auf eine Protesterklärung von 17 Staaten, die Maduro einen «Bruch der demokratischen Ordnung» vorwerfen. Diese Erklärung war auf Betreiben Perus vor wenigen Tagen in Lima beschlossen worden. (roy/AP)

Erstellt: 12.08.2017, 03:56 Uhr

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