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Saudischer Top-Terrorist unter Verdacht

Nach US-Angaben steckt hinter den Paketbomben derselbe Bombenbauer wie beim vereitelten Anschlagsversuch von Detroit an Weihnachten 2009. Im Visier der Behörden steht Ibrahim Hassan al-Asiri.

Nur zufällig gefunden: Der Sprengstoff im Drucker.
Nur zufällig gefunden: Der Sprengstoff im Drucker.
Keystone
Eine der Bomben konnte laut dem französischen Innenminister Brice Hortefeux nur 17 Minuten vor der Explosion entschärft werden.
Eine der Bomben konnte laut dem französischen Innenminister Brice Hortefeux nur 17 Minuten vor der Explosion entschärft werden.
Keystone
Obama bestätigt den Verdacht: In den Paketen wurde Sprengstoff gefunden.
Obama bestätigt den Verdacht: In den Paketen wurde Sprengstoff gefunden.
Keystone
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Die in Dubai gefundene Paketbombe ist an Bord von zwei Passagierflugzeugen transportiert worden. Ein Sprecher der Fluggesellschaft Qatar Airways erklärte am Sonntag, das Paket sei zunächst von der jemenitischen Hauptstadt Sanaa nach Doha in Katar geflogen worden.

Von dort sei es nach Dubai gebracht worden, wo es am Freitag von den Behörden sichergestellt wurde. Der stellvertretende Nationale Sicherheitsberater der USA, John Brennan, erklärte, möglicherweise gebe es weitere Paketbomben wie die in Dubai und Grossbritannien gefundenen.

Der britische Premier David Cameron sagte, die Bombe in England sei so präpariert gewesen, dass sie bereits im Flugzeug explodieren sollte. Das gleiche gilt nach US-Angaben für die Bombe, die in Dubai sichergestellt wurde. Unklar blieb, wie die beiden Bomben in der Luft hätten gezündet werden sollen.

Drahtzieher al-Qaida?

Brennan erklärte, der Anschlagsplan deute auf die Terrororganisation al-Qaida der Arabischen Halbinsel. Die Gruppe hatte sich bereits zum fehlgeschlagenen Versuch bekannt, an Weihnachten 2009 ein Passagierflugzeug beim Anflug auf Detroit in die Luft zu sprengen.

«Unterhosenbomber» Omar Farouk Abdulmutallab war es damals nicht gelungen, die mit der Chemikalie PETN präparierte Bombe zu zünden und wurde von Besatzung und Passagieren überwältigt.

PETN wurde nun auch in den beiden Bomben gefunden, die in Druckerpatronen versteckt waren und am Freitag in Dubai und auf dem englischen Flughafen East Midlands bei Birmingham entdeckt wurden. Die explosiven Pakete waren im Jemen abgeschickt worden.

Gleicher Bombenbauer wie in Detroit?

Ein Vertreter der US-Regierung sagte unter anderem der Nachrichtenagentur Reuters, der Saudi Ibrahim Hassan al-Asiri werde aufgrund seiner Erfahrung mit Sprengstoffen verdächtigt, die Detroit- Bombe und die Paketbomben gebaut zu haben.

Es gebe Hinweise, dass Al-Asiri womöglich an der Herstellung einer PETN-Bombe für einen weiteren Anschlagversuch beteiligt gewesen sei. Der Regierungsvertreter verwies auf einen 2009 gescheiterten Selbstmordanschlag auf Saudi-Arabiens Anti-Terror-Chef Prinz Mohammed bin Najef. Al-Asiri ist zudem ein Bruder eines der dabei getöteten Attentäter.

Im Jemen wurden am Samstag eine Studentin und ihre Mutter festgenommen. Die 22-Jährige wird verdächtigt, die beiden Paketbomben aufgegeben zu haben.

Sie ist nach Angaben ihres Anwaltes möglicherweise Opfer eines Identitätsdiebstahls geworden. Es mache keinen Sinn, dass jemand, der einen Bombenanschlag plane, eine Kopie seines echten Ausweises und seine Telefonnummer hinterlasse, zitierte ihn die britische «Sunday Times».

Im Jemen wurde am Sonntag ein weiterer Verdächtiger festgenommen, der mit der Studentin Kontakt hatte. Zudem befragten die Behörden Frachtarbeiter auf dem Flughafen Sanaa sowie Mitarbeiter von Frachtfirmen.

Bombe in Deutschland umgeladen

Die nun entdeckten Bomben waren an jüdische Synagogen in Chicago adressiert. Der in Grossbritannien entdeckte Sprengsatz war auf dem Flughafen Köln umgeladen worden.

Die deutschen Behörden hatten zwar einen Tipp eines anderen Geheimdienstes erhalten - nach US-Regierungsangaben aus Saudi- Arabien - es gelang den Deutschen jedoch nicht, den Abflug des Frachtflugzeugs des Paketdienstes «United Parcel Service» (UPS) rechtzeitig zu stoppen.

Dies bestätigte der deutsche Innenminister Thomas de Maizière am Sonntag. Darauf habe der deutsche Dienst den britischen informiert, der das Paket dann fand. Dass die Bomben über Deutschland hätten explodieren können, sorgte dort am Sonntag für helle Aufregung.

Als erste Konsequenz unterband die Regierung sämtliche Frachtlieferungen aus dem Jemen und versprach schärfere Kontrollen bei der Luftfracht. Auch andere Staaten wie Frankreich, Grossbritannen und die USA verfügten Frachtverbote für den Jemen. Mehrere Luftfrachtunternehmen erklärten, sie würden keine jemenitischen Lieferungen mehr annehmen.

In der Schweiz beschloss das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl), alle Fracht aus dem Jemen auf den Flughäfen vor einem Weiterflug nochmals zu kontrollieren. BAZL-Sprecher Daniel Göring sagte, die Schweiz verfüge bereits über ein «umfassendes Sicherheitsdispositiv».

AFP/mrs/jak

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