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Romney bandelt mit den Latinos an

Die Latinos könnten Barack Obama bei den Präsidentschaftswahlen den Sieg bringen. Gestern unternahm Mitt Romney einen Versuch, die Bevölkerungsgruppe auf seine Seite zu holen.

Versprach den Latinos eine Reform des Einwanderungsrechts: Mitt Romney in Orlando, Florida. (21. Juni 2012)
Versprach den Latinos eine Reform des Einwanderungsrechts: Mitt Romney in Orlando, Florida. (21. Juni 2012)
Keystone
Stets an seiner Seite: Ehefrau Ann. Hier bei einem Spaziergang nach einer Veranstaltung im Holland State Park in Michigan. (Michigan, 19. Juni 2012)
Stets an seiner Seite: Ehefrau Ann. Hier bei einem Spaziergang nach einer Veranstaltung im Holland State Park in Michigan. (Michigan, 19. Juni 2012)
Keystone
Seit Ende Mai zieht Mitt Romney durchs Land: Die heisse Phase des Wahlkampfes hat begonnen. (Michigan, 19. Juni 2012)
Seit Ende Mai zieht Mitt Romney durchs Land: Die heisse Phase des Wahlkampfes hat begonnen. (Michigan, 19. Juni 2012)
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Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner hat auf einer Latino-Konferenz in Florida um die Stimmen von Wählern mit lateinamerikanischen Wurzeln geworben. Bei der Veranstaltung in Orlando warf Mitt Romney gestern dem demokratischen Präsidenten Barack Obama vor, mit seiner Wirtschaftspolitik viele Latinos in die Armut getrieben zu haben. Der Republikaner versprach ausserdem eine Reform des US-Einwanderungsrechts.

Romney sagte, Latinos seien besonders stark von der schlechten Lage der Wirtschaft betroffen. «Seit Obama sein Amt angetreten hat, leben zwei Millionen Latinos mehr in Armut als vorher», sagte er. Die Arbeitslosenquote liege für Menschen mit lateinamerikanischen Wurzeln bei elf Prozent und damit deutlich über dem nationalen Durchschnitt. Die Latinos sind eine zunehmend wichtige Wählergruppe in den USA. In Umfragen unter Latinos führt Obama deutlich, während die harte Haltung der Republikaner in der Einwanderungspolitik bei ihnen auf Kritik stösst.

Latinos könnten Obama zu Sieg verhelfen

Die Unterstützung der Latinos könnte Obama bei der Wahl am 6. November in wichtigen Bundesstaaten wie Florida den Sieg bescheren. Vergangene Woche hatte er einen auf zwei Jahre befristeten Abschiebestopp für illegale Einwanderer verfügt, die vor Vollendung ihres 16. Lebensjahres in die USA kamen und noch nicht 30 Jahre alt sind. Nach Regierungsangaben gilt die Neuregelung für 800'000 Menschen, die bestimmte Bedingungen erfüllen müssen. So dürfen sie nicht straffällig geworden sein, müssen eine Schulausbildung haben oder Militärdienst geleistet haben.

Obama setzte damit in Teilen einen von seinen Demokraten eingebrachten Gesetzentwurf um, den «Dream Act». Romney hatte die Initiative im Vorwahlkampf abgelehnt, schlug zuletzt aber moderatere Töne in der Einwanderungsdebatte an. Durch den Schachzug des Präsidenten geriet er unter Druck, Farbe zu bekennen. Im Vorfeld der Konferenz des Nationalen Verbandes von Latino-Vertretern (NALEO) hatten Einwanderungsorganisationen den Republikaner aufgefordert, seine Haltung eindeutig darzustellen.

Resolutes Vorgehen gegen illegale Einwanderer

Romney wich am Donnerstag aber einer klaren Antwort aus. Den Vorstoss des Präsidenten kritisierte er als politisch motiviert und «vorläufig». Der designierte Präsidentschaftskandidat warf Obama vor, sein Versprechen einer umfassenden Einwanderungsreform nicht eingehalten zu haben. Romney sagte, er wolle eine «langfristige» Lösung finden und sich dabei auf Massnahmen zur Stärkung von legaler Einwanderung konzentrieren. Gegen illegale Einwanderung wolle er in einer «zivilen, aber resoluten Weise» vorgehen.

AFP/mrs

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