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Richter zwingt Argentinien zur Zahlung von 5,2 Milliarden

Argentinien wird seinen Schuldenberg nicht los. Ein amerikanischer Richter verdonnert die Südamerikaner zu zusätzlichen Zahlungen von 5,2 Milliarden Dollar.

Argentinien muss 5,2 Milliarden zusätzlich an amerikanische Gläubiger zahlen: Der argentinische Wirtschaftsminister Alex Kicillof, nach einer Anhörung in New York im Juli 2014.
Argentinien muss 5,2 Milliarden zusätzlich an amerikanische Gläubiger zahlen: Der argentinische Wirtschaftsminister Alex Kicillof, nach einer Anhörung in New York im Juli 2014.

Im erbitterten Schuldenstreit mit zwei US-Hedgefonds hat Argentinien eine weitere Niederlage einstecken müssen. Der mit dem Fall seit Jahren betraute US-Richter Thomas Griesa urteilte am Freitag (Ortszeit), dass Buenos Aires neben den beiden Fonds auch noch rund 500 weitere Gläubiger mit Forderungen von insgesamt 5,2 Milliarden Dollar (4,6 Milliarden Euro) beim Schuldendienst vorrangig berücksichtigen müsse. Buenos Aires bezeichnete das jüngste Urteil in dem Dauerstreit als «ungesetzlich» und «bedauerlich».

In der 26 Seiten langen Entscheidung bekräftigte Griesa, dass die argentinische Regierung erst die beiden Hedgefonds Aurelius und NML Capital auszahlen müsse, bevor es fällige Zahlungen für argentinische Schuldentitel abwickeln dürfe. Zu den vorrangig zu bedienenden Gläubigern kommen nun noch die mehr als 500 anderen Investoren hinzu, die nicht von dem Urteil zu den beiden Fonds von 2012 erfasst wurden. Damit nimmt der Druck auf Buenos Aires noch einmal deutlich zu. Allein die Forderungen der beiden Fonds belaufen sich auf insgesamt 1,3 Milliarden Dollar.

Die Fonds hatten argentinische Schuldscheine nach der Staatspleite Ende 2001 billig aufgekauft und verlangen den Nennwert der Staatsanleihen, was Buenos Aires ablehnt. Anders als die Fonds hatten über 90 Prozent der Gläubiger Argentiniens 2005 und 2010 einem Schuldenschnitt zugestimmt und verzichteten auf bis zu 70 Prozent ihres Geldes. Den Verpflichtungen ihnen gegenüber will Argentinien nachkommen. Der Schuldenstreit erschwert es dem Land zusehends an den Finanzmärkten an frisches Kapital zu kommen.

AFP/ofi

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