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Republikaner machen Stimmung gegen Muslime

Eine Anhörung im US-Kongress über die «Radikalisierung der muslimischen Gemeinschaft» sorgt für Aufregung. Die Demokraten warnen derweil vor den Konsequenzen.

«Der Feind, der unter uns lebt»: Der republikanische Abgeordnete Peter King hat die Hearings initiiert.
«Der Feind, der unter uns lebt»: Der republikanische Abgeordnete Peter King hat die Hearings initiiert.
Keystone

Der Republikaner Peter King setzte das Thema trotz heftiger Kritik muslimischer Organisationen und der Demokraten am Donnerstag auf die Tagesordnung. King will nach eigenen Angaben untersuchen, warum immer mehr Muslime in dem Land zu extremistischer Gewalt gegen US-Ziele neigten. Auch zahlreiche nicht-muslimische Bürgerrechtsgruppen zeigten sich über die Fragestellung zutiefst empört.

Bereits beim Hearing am Donnerstag wurden die tiefen Gräben offensichtlich. King sagte zum Auftakt, die Radikalisierung von Muslimen in den USA sei Teil der Strategie der Terrororganisation Al-Qaida, um weitere Attacken durchführen zu können. Der 66-jährige Abgeordnete kritisierte, dass die muslimische Gemeinschaft in den USA sich nicht deutlich genug gegen den Terrorismus ausspreche.

Zuvor hatte der Republikaner in einem Fernsehinterview beklagt: «Es gibt Elemente in dieser Gemeinschaft, die radikalisiert werden.» Es gebe «zu viele Moscheen in diesem Land», von denen 80 Prozent von Extremisten beherrscht würden. Für ihn sei die muslimische Gemeinschaft «der Feind, der unter uns lebt».

Falscher Eindruck erweckt

Dagegen warnte der ranghöchste Demokrat im Ausschuss, Bennie Thompson, die Hearings könnten von der Al-Qaida zu Propagandazwecken ausgenutzt werden. Es entstehe der Eindruck, als befänden sich die USA im Krieg mit dem Islam. Noch am Mittwoch hatten mehr als 50 demokratische Kollegen im Repräsentantenhaus mit einem Brief versucht, King dazu zu bringen, die Anhörung abzusagen. Die Themenstellung stigmatisiere und entfremde muslimische Amerikaner auf unfaire Weise, schrieben sie.

Acht grosse muslimisch-amerikanische Organisationen, von denen kein Vertreter zu der Anhörung eingeladen wurde, bezichtigten King einer «Hexenjagd». Sie verglichen sein Vorgehen mit der Verfolgung von Kommunisten in den USA der 50er Jahre.

SDA/jak

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