Zum Hauptinhalt springen

«Nenn mich Tom. Ich werde dein schlimmster Albtraum»

Der neue Chef der US-Demokraten will den Widerstand gegen Trump anführen. Wer ist Tom Perez?

hvw
Neuer Wind für die Demokraten: Tom Perez nach seiner Wahl zum Parteichef in Atlanta. (Video: Tamedia/AFP, 26. Februar 2017)

Dreieinhalb Monate nach ihrer schweren Niederlage bei den Präsidentschafts- und Kongresswahlen haben die US-Demokraten einen Vertrauten von Ex-Präsident Barack Obama zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt. Ex-Arbeitsminister Tom Perez setzte sich am Samstag bei einer Parteiversammlung in Atlanta knapp gegen den linksgerichteten Kongressabgeordneten Keith Ellison durch.

Nach seiner Wahl rief Perez seine Partei zur Geschlossenheit auf, um Präsident Donald Trump kraftvoll entgegentreten zu können. Trump sei «der schlechteste Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten», sagte Perez.

«Wir müssen sicherstellen, dass wir die Demokratische Partei einen und dass dieser Präsident nur eine Amtszeit haben wird.» Trump richtete über den Kurznachrichtendienst einen Glückwunsch mit sarkastischem Unterton an Perez. «Herzlichen Glückwunsch an Thomas Perez (...). Ich könnte nicht glücklicher für ihn oder für die Republikanische Partei sein!», schrieb der Präsident.

Perez entgegnete via Twitter: «Nennen Sie mich Tom. Und seien Sie nicht zu froh. Keith Ellison und ich und die geeinten Demokraten im ganzen Land werden Ihr schlimmster Albtraum werden.»

Kämpfer für die Armen

Tom Perez ist zwar nicht genau das, was man sich unter einem frischen Gesicht in der Politik vorstellen würde. Der 55-Jährige mit der stets etwas heiseren Stimme hat jahrelang im Washingtoner Justizministerium gearbeitet und war zuletzt Arbeitsminister (2013 bis 2017) unter Präsident Barack Obama.

Aber in seiner Zeit im öffentlichen Dienst hat er sich als Bürgerrechtsanwalt und Kämpfer für Geringverdienende und die Mittelschicht einen Namen gemacht. Und in Obamas Ministerriege galt er als der progressivste.

Damit können auch die Anhänger des linken Senators Bernie Sanders mit ihm leben, auch wenn sie lieber den ebenfalls linken Kongressabgeordneten Keith Ellison als neuen Chef des demokratischen Parteivorstandes (DNC) gesehen hätten.

Draht zu den Latinos

Umgekehrt ist Perez aber nicht so radikal, als dass er die führenden Parteileute vor den Kopf stossen würde. So hat er bei den Vorwahlen im vergangenen Jahr Hillary Clinton und nicht Sanders unterstützt.

Diente unter Obama als Arbeitsminister: Tom Perez bei der Nomination (Bild: Reuters, 18. März 2013).
Diente unter Obama als Arbeitsminister: Tom Perez bei der Nomination (Bild: Reuters, 18. März 2013).

Und: Perez hat neben guten Kontakten zu Gewerkschaften auch enge Verbindungen zur Latino-Gemeinschaft. Er ist Sohn von Immigranten aus der Dominikanischen Republik und spricht fliessend spanisch.

Geboren wurde Thomas Edward Perez am 7. Oktober 1961 in Buffalo im Bundesstaat New York. Sein Grossvater war früher dominikanischer Botschafter in den USA, bevor er vom Regime von Rafael Trujillo des Landes verwiesen wurde.

Tom Perez studierte an der Harvard-Universität Public Policy und Recht, arbeitete als Bundesanwalt in der Bürgerrechtsabteilung des Justizministers, war Berater des demokratischen Senators Edward Kennedy und Arbeitsminister im Bundesstaat Maryland.

Bevor ihn Obama in seine Regierung holte, war er Leiter der Bürgerrechtsabteilung des Justizministeriums, die unter ihm eine Rekordzahl von Ermittlungen gegen örtliche Polizeiabteilungen wegen Vorwürfen unangemessener Gewaltanwendung oder Diskriminierung von Minderheiten einleitete.

(SDA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch