Klatschblatt-Chef erhält offenbar Immunität für Trump-Infos

David Pecker soll negative Berichte über Trump im Giftschrank verschlossen haben. Jetzt bekommt er Straffreiheit, wenn er auspackt.

Chef des Boulevardblatts «National Enquirer» und ein Freund Trumps: David Pecker, hier mit Petra Nemcova. Bild: Reuters

Chef des Boulevardblatts «National Enquirer» und ein Freund Trumps: David Pecker, hier mit Petra Nemcova. Bild: Reuters

US-Präsident Donald Trump droht offenbar weiteres Ungemach: Der Chef des Boulevardblatts «National Enquirer» und Freund Trumps, David Pecker, hat sich US-Medienberichten zufolge im Gegenzug für strafrechtliche Immunität zur Zusammenarbeit mit den Ermittlern in der Affäre um Schweigegeldzahlungen an zwei mutmassliche Ex-Geliebte des Präsidenten bereit erklärt. Die Staatsanwaltschaft habe Pecker wegen Informationen über Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen und über Trump Immunität verliehen, berichteten das «Wall Street Journal» und die «New York Times» am Donnerstag unter Berufung auf vertraute Kreise.

Trump: «Das Geld kam von mir»

Der US-Präsident äussert sich zu den Anschuldigungen seines Ex-Anwalts Michael Cohen. (Video: Tamedia)

Auch der Chefredaktor des «National Enquirer», Dylan Howard, erhielt demnach Immunität. Pecker und Howard könnten Beweise zu Trumps Wissen hinsichtlich der Zahlungen an die Pornodarstellerin Stormy Daniels und das Ex-«Playboy»-Model Karen McDougal liefern, berichteten die beiden Zeitungen und der Sender CNN. Laut «Wall Street Journal» sollen Pecker und Howard in beide Schweigegeld-Deals involviert sein. Cohen hatte Trump in dieser Woche vor Gericht vorgeworfen, ihn mit Schweigegeldzahlungen an zwei Frauen beauftragt zu haben. Die Zahlungen hätten gegen die Regeln zur Wahlkampffinanzierung verstossen. Bei den beiden von Cohen namentlich nicht genannten Frauen soll es sich um Stormy Daniels und McDougal handeln.

Verkauft für 150'000 Dollar

McDougal hatte während des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2016 die Rechte an ihrer Geschichte für 150'000 Dollar (nach heutigem Wert 128'000 Euro) an den «National Enquirer» verkauft. Die Zeitschrift entschied letztlich, nicht über die angebliche Affäre zu berichten.

Der Trump-Freund Pecker, Chef des Medienunternehmens American Media Inc. (AMI), dem Mutterhaus des «National Enquirer», soll Medienberichten zufolge nie vorgehabt haben, die McDougal-Geschichte zu veröffentlichen. Insofern könnte das Arrangement mit McDougal als Versuch gedeutet werden, die Affäre unter Verschluss zu halten.

nlu/sda

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