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Jetzt schaltet sich Palin in den republikanischen Bürgerkrieg ein

Die ehemalige Vizepräsidentschaftsanwärterin befeuert den parteiinternen Machtkampf mit scharfer Kritik an Trumps Gegner.

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Pikantes CNN-Interview: Sarah Palin attackiert Paul Ryan. Video: CNN

Die Kandidatur Donald Trumps für das amerikanische Präsidentschaftsamt spaltet die Republikanische Partei weiter. Paul Ryan, der Sprecher des Repräsentantenhauses und damit ranghöchster Republikaner der USA, verweigerte in einem CNN-Interview seine Unterstützung für Trump. Dazu sei er «noch nicht bereit», liess der 46-Jährige ausrichten.

«Seine politische Karriere ist vorbei»

Dies veranlasste Sarah Palin, Vizepräsidentschaftskandidatin von 2008, sich mit noch mehr Vehemenz hinter den umstrittenen Trump zu stellen. Ebenfalls gegenüber CNN kritisierte sie Ryan scharf: «Er missachtet den Willen des Volkes. In seiner Position wäre Ryan eigentlich verpflichtet, neutral zu sein.» Es sei keine kluge Entscheidung gewesen, Trump die Unterstützung zu verweigern, weshalb die 52-Jährige prophezeit: «Seine politische Karriere ist vorbei.»

Palin attestiert den Trump-Gegnern «unterschiedliche Gründe für ihre Haltung», bei Ryan seien es vor allem egoistische: «Sein Ziel ist es, 2020 als Präsidentschaftskandidat anzutreten. Ein Sieg der Republikaner in diesem Jahr würde seine Chancen vernichten.» Gerade auch wegen Ryans Ablehnung gegenüber dem letzten verbliebenen republikanischen Anwärter für das Weisse Haus wird der Parteitag im Sommer mit Spannung erwartet. Dort soll Trump endgültig zum Kandidaten ernannt werden – geleitet wird der Parteitag von Ryan.

Palin schliesst Schlammschlacht aus – und irrt

Und wie steht Palin zu der Möglichkeit, als Trumps Vize anzutreten? «Viele Menschen wollen mich nicht als Kandidatin sehen. Ich will keine Belastung sein», sagte sie diplomatisch und schob nach: «Ich will einfach, dass dieser Mann (Trump, Anm. d. Red.) gewinnt. Ich will, dass Amerika gewinnt.» Sollte Trump jedoch auf ihrer Unterstützung bestehen, würde Palin nicht ablehnen: «In Amerika gibt es viele grossartige Menschen für diesen Posten, aber ich bin mindestens genauso bereit dafür wie andere auch. Sollte ich ausgewählt werden, wissen die Leute, was sie an mir haben – sie würden nicht überrascht werden.»

Entgegen allen Erwartungen schloss Palin eine politische Relevanz der Privatleben von Trump und seiner Konkurrentin Hillary Clinton aus – jedoch nicht ohne einen Seitenhieb gegen Bill, den ehemaligen Präsidenten und Ehemann der demokratischen Anwärterin: «Ich denke, die US-Bürger interessieren sich nicht mehr für die offensichtlichen Indiskretionen von Bill Clinton und ebenso wenig dafür, dass Donald mehrfach geschieden ist. Vielmehr kümmert es die Amerikaner, wer der nächste Richter am Obersten Gerichtshof wird.»

Trump selber verzichtet nicht auf Anspielungen auf die Affäre Bill Clintons mit Monica Lewinski. Zuletzt schimpfte er in Richtung Hillary: «Sie ist verheiratet mit dem schlimmsten Frauenmissbraucher in der Geschichte der Politik. Sie ist verheiratet mit einem Mann, der viele Frauen verletzt hat. Und damit verletzt Hillary selber viele Frauen.»

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