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Jeder, nur nicht Sanders

Nach Joe Bidens Triumph bei den Vorwahlen in South Carolina ruhen auf ihm die Hoffnungen jener Demokraten, die mit dem Sozialisten Bernie Sanders nichts anfangen können.

Wer kann es mit ihm aufnehmen? Bernie Sanders an einer Wahlveranstaltung in Virginia Beach, South Carolina. Foto: Tom Brenner, Reuters
Wer kann es mit ihm aufnehmen? Bernie Sanders an einer Wahlveranstaltung in Virginia Beach, South Carolina. Foto: Tom Brenner, Reuters

Niemals zuvor hat Joe Biden in einer Wahl ausserhalb seines Heimatstaats Delaware gesiegt. Gestern abend aber gewann der ehemalige Vizepräsident die demokratische Vorwahl im Südstaat South Carolina. Überzeugend siegte Biden, der zuvor miserable Vorwahlergebnisse in Iowa, New Hampshire und Nevada hingelegt hatte.

Zu seinem Erfolg verhalfen ihm die Afroamerikaner South Carolinas. Ein bisschen Nostalgie wehte hier, einen Blumenstrauss für Biden gab es, weil der Mann aus Delaware ein treuer Knappe Barack Obamas war, des ersten und einzigen schwarzen Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Nun ruhen auf Bidens Schultern so unerwartet wie plötzlich die Hoffnungen all jener, die dem Sozialisten Bernie Sanders die Präsidentschaftskandidatur der Demokratischen Partei verwehren wollen. Und das sind viele in dieser Partei, die so zerfahren und vielfältig, richtungsarm und zerstritten ist.

Wie gross die Begeisterung über Sanders und seinen transformativen demokratischen Sozialismus auch sein mag: Eine Mehrheit der Demokraten und erst recht eine Mehrheit parteiloser Wähler kann mit dem linken Senator aus Vermont nichts anfangen. Sie misstraut seinen grossen Plänen – und sie befürchtet, dass er im November gegen Donald Trump verlieren wird. Jeder, nur nicht Sanders, lautet ihre Parole.

Auch Joe Bidens Durchmarsch in South Carolina aber wird dieser Mehrheit nicht helfen, sofern der Rest des demokratischen Feldes jetzt nicht einpacken und das Spielfeld verlassen wird: Pete Buttigieg, Amy Klobuchar, Elizabeth Warren und auch Mike Bloomberg, falls er am kommenden Super Tuesday nicht reüssieren kann. Nur so eröffnete sich einem moderaten Demokraten die Chance, es mit Bernie Sanders aufzunehmen.

Es könnte indes bereits zu spät sein: Viele seiner Anhänger scheinen nicht gewillt zu sein, einen anderen demokratischen Präsidentschaftskandidaten als Sanders zu unterstützen. Blieben sie im November zu Hause, wäre die demokratische Kandidatur keinen Pfifferling wert. Joe Bidens Sieg in South Carolina wäre dann der Anfang vom Ende der demokratischen Hoffnungen gewesen.

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