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Hanna nähert sich der US-Küste

Angesicht des herannahenden Tropensturms Hanna ist die südliche Ostküste der USA in Alarmbereitschaft versetzt worden.

Von Georgia bis kurz vor New York ergingen am Freitag Warnungen vor dem Sturm, der sich beim Auftreffen auf Land zum Hurrikan steigern könnte.

In Haiti hatte Hanna mit sintflutartigem Regen weit verbreitete Überschwemmungen ausgelöst. Nach jüngsten Behördenangaben kamen dabei mindest 137 Menschen ums Leben. Auch auf Puerto Rico soll es mindestens zwei Tote gegeben haben.

Etwa 80 Menschen ertranken allein in der haitianischen Küstenstadt Gonaives, die fast vollständig von der Aussenwelt abgeschnitten war. UN-Soldaten konnten nur in Schlauchbooten zu den Opfern vordringen. Ein Konvoi aus mehreren Lastwagen mit Hilfsgütern musste auf halbem Wege umkehren, weil die Verbindungsstrasse teilweise weggeschwemmt war.

Ernte vernichtet

Durch Hanna wurde in dem bitterarmen Haiti ein Grossteil der Ernte vernichtet. Präsident René Préval nannte die Situation katastrophal und verglich sie mit der Flut im September 2004, bei der mehr als 3000 Menschen ums Leben kamen.

Die haitianische Regierung beantragte bei den Vereinten Nationen offiziell Nothilfe, wie das Uno-Büro für die Koordination humanitärer Angelegenheiten (OCHA) in Genf mitteilte. Die Schweiz hatte bereits am Donnerstag Soforthilfen in Höhe von 1,15 Millionen Franken gesprochen.

Die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften lancierte einen Appell über 3,8 Millionen Franken. Mit dem Geld sollen 50'000 Menschen unterstützt werden. Die EU stockte ihre Nothilfe um rund drei Millionen Franken auf.

Die Karibik wird seit Wochen von schweren Wirbelstürmen heimgesucht. Insgesamt haben Hanna und Gustav in Haiti mindestens 160 Menschen das Leben gekostet.

Vorkehrungen auf den Bahamas

Nach Haiti bewegte sich Hanna auf die Bahamas zu. Nach Angaben des US-Hurrikan-Zentrums könnte sich der zeitweise abgeschwächte Tropensturm wieder zu einem Hurrikan aufbauen. Auf den Bahamas wurden Notunterkünfte aufgebaut. Die Spitäler trafen Vorkehrungen, um während des Sturms uneingeschränkt arbeiten zu können.

In den US-Bundesstaaten North Carolina und Virginia wurde in Erwartung von Hanna der Notstand ausgerufen. In South Carolina forderte Gouverneur Mark Sanford die Bewohner in zwei Bezirken auf, das Gebiet freiwillig zu verlassen.

Ike und Josephine sind Hanna auf den Fersen

Hinter Hanna zog der Hurrikan Ike durch die Karibik. Er wurde zwar von der zweithöchsten Kategorie 4 auf 3 herabgestuft, gilt aber weiterhin als äusserst gefährlich. Den Meteorologen zufolge könnte Ike am Wochenende die Turks- und Caicos-Inseln und anschliessend die Bahamas erreichen.

Im Golf von Mexiko wurde derweil nach dem Davonziehen von Hurrikan Gustav die Ölproduktion wieder aufgenommen. Tausende Arbeiter kehrten auf die Ölbohrinseln vor der US-Küste zurück, auch viele Raffinerien kurbelten ihre Produktion wieder an. Angesichts des Heranziehens von Ike bestand aber weitere Sturmgefahr. Und diesem Hurrikan folgt bereits Wirbelsturm Josephine.

AP/mbr

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