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Gestank führt zu 60 Leichen

Der Verwesungsgeruch störte die Nachbarn eines mexikanischen Krematoriums schon lange. Nun hat die Polizei im verlassenen Gebäude 60 Leichen entdeckt. Eine Verbindung zu den vermissten Studenten scheint ausgeschlossen.

Viele offene Fragen: Die zuständigen Behörden haben die Ermittlungen eingeleitet. (7. Februar 2015)

In einem verlassenen Bestattungsinstitut nahe dem mexikanischen Urlaubsort Acapulco hat die Polizei 60 Leichen gefunden. Das Unternehmen hatte den Betrieb vor rund einem Jahr aufgegeben. Einige der Toten seien aber offenbar erst danach dort hingebracht worden, sagte ein Sprecher der Provinzregierung von Guerrero am Freitag.

Die Leichen – darunter Männer, Frauen und Kinder – wurden nach Behördenangaben am Donnerstagabend gefunden, nachdem sich Anwohner über den Gestank beschwert hatten. Viele der Toten waren mit Kalk bedeckt worden, offenbar um den Verwesungsgeruch zu reduzieren.

Die Leichname seien «perfekt einbalsamiert» gewesen, hiess es in einer Erklärung der Staatsanwaltschaft. Ihr jeweiliger Todeszeitpunkt liege zwischen sechs Monaten und zwei Jahren zurück, sagte Staatsanwalt Miguel Angel Godinez. Die Geschäfte habe das Unternehmen vor einem Jahr aufgegeben, Steuern seit drei Jahren nicht mehr gezahlt.

Nach Besitzer wird gefahndet

Die Behörden teilten mit, in dem Fall wegen möglichen Betrugs durch das Bestattungsinstitut zu ermitteln. Möglicherweise hätten die Betreiber Leichname für eine Einäscherung akzeptiert, ohne diese auch vorzunehmen. Der Besitzer des Krematoriums wurde international zur Fahndung ausgeschrieben.

Die Leichname wurden zu einer örtlichen Leichenhalle gebracht, um bei Tests ihre Identität zu ermitteln. Die Behörden hatten am Freitag zunächst erklärt, es seien 61 Leichen gefunden worden, reduzierten diese Zahl aber später auf 60, ohne einen Grund dafür anzugeben.

Die Stadt Acapulco liegt im mexikanischen Staat Guerrero, der von Gewalt durch Drogenbanden betroffen ist. Die Lage war zuletzt so schlimm geworden, dass in Schulen nach Attacken gegen Lehrer und Studenten der Unterricht ausfallen musste.

Verbindung zu vermissten Studenten scheint ausgeschlossen

Das Geschlecht, Alter und die Einbalsamierung der nun entdeckten Leichen schien eine mögliche Verbindung zu dem Verschwinden von 43 Studenten in der Region auszuschliessen. Die Hochschüler sollen im September vergangenen Jahres in Guerrero von korrupten Polizisten festgenommen und an eine Drogengang übergeben worden sein.

Bei den Verschwundenen handelte es sich ausschliesslich um junge männliche Erwachsene. Sie wurden zuletzt in der Stadt Iguala, rund 160 Kilometer nördlich von Acapulco, gesehen.

SDA/pst

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