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Geschlechterkampf im Weissen Haus

Im Weissen Haus weht ein rauer Wind – vor allem für Frauen. In der Testosteron-getriebenen Atmosphäre würden diese den Kürzeren ziehen, behauptet ein Journalist in einem Buch. Es soll sogar zu einem Eklat gekommen sein.

Nahm offenbar auf die Bedürfnisse der Frauen zu lange zu wenig Rücksicht: Barack Obama und seine damalige Beraterin Valerie Jarrett bestaunen 2008 in Chicago die Auslage eines Fast-Food-Shops.
Nahm offenbar auf die Bedürfnisse der Frauen zu lange zu wenig Rücksicht: Barack Obama und seine damalige Beraterin Valerie Jarrett bestaunen 2008 in Chicago die Auslage eines Fast-Food-Shops.
Keystone
Soll sich über die frauenfeindliche Stimmung im Weissen Haus beklagt haben, bestreitet dies nun aber: Anita Dunn, ehemalige Kommunikationsverantwortliche.
Soll sich über die frauenfeindliche Stimmung im Weissen Haus beklagt haben, bestreitet dies nun aber: Anita Dunn, ehemalige Kommunikationsverantwortliche.
Keystone
Drängte Obama dazu, am Arbeitsklima etwas zu ändern: Beraterin Valerie Jarrett.
Drängte Obama dazu, am Arbeitsklima etwas zu ändern: Beraterin Valerie Jarrett.
Keystone
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Das Weisse Haus ist eine Schlangengrube, insbesondere für das weibliche Geschlecht. Dies behauptet der amerikanische Journalist Ron Suskind in seinem eben erschienenen Buch «Confidence Men: Wall Street, Washington and the Education of a President». Gestützt auf über 700 Stunden Interviews mit Mitarbeitern der Obama-Administration zeichnet Suskind ein Bild einer Testosteron-getriebenen Atmosphäre, das dem US-Präsidenten wohl nicht gefallen wird. Dabei hatte das Weisse Haus ursprünglich nicht nur die Zustimmung für das Buch gegeben, sondern dieses gemäss der «Washington Post» mit Interviewpartnern geradezu unterstützt.

Schon vor der Publikation sorgte das Werk für Kontroversen, weil einige der Interviewten ihre früher gemachten Aussagen zurückgezogen oder gar abgestritten haben. Fakt ist aber: Vor allem in den ersten zwei Jahren von Obamas Amtszeit gärte es im Weissen Haus. Im November 2009 beklagten sich mehrere Beraterinnen bei einem Dinner mit Obama über die Spannungen zwischen Männern und Frauen. Die Männer, sagten sie, würden einfacher Zugang zu ihm finden und sie von den Schlüsselpositionen verdrängen. Obamas Beraterin Valerie Jarrett drängte den Präsidenten deshalb dazu, mehr Frauen in wichtige Positionen zu hieven.

Beraterin fühlte sich gedemütigt

Offenbar kamen oder kommen die Frauen vor allem mit zwei Mitarbeitern von Obama nicht klar: Wirtschaftsberater Lawrence H. Summers und Stabschef Rahm Emanuel sollen die Macho-Kultur in der Obama-Administration geradezu gefördert haben. Besonders stark sollen die Auseinandersetzungen zwischen Summers und der ehemaligen Vorsitzenden der Wirtschaftsberater, Christina Romer, gewesen sein. Nachdem Summers sie aus einer Sitzung ausgeschlossen hatte, soll Romer gesagt haben, sie habe sich gedemütigt gefühlt. An diese Aussage will sie sich heute nicht erinnern können.

Ähnlich verhält es sich mit der ehemaligen Kommunikationsverantwortlichen Anita Dunn. Sie wird im Buch mit der Aussage zitiert, das Weisse Haus erfülle sämtliche Bedingungen, um als« feindlicher Arbeitsplatz für Frauen» durchzugehen. Dunn, die das Weisse Haus 2009 verliess, sagte später gegenüber der «Washington Post», sie sei im falschen Kontext zitiert worden.

Kritik an Obamas Management-Stil

Autor Suskind bezeichnet Obama zwar nicht als Frauenfeind, stellt aber seinen Management-Stil infrage, zumindest zu Beginn seiner Amtszeit. Er habe die Beschwerden der Frauen zu Beginn als nichtig abgetan und argumentiert, ein raues Klima gehöre zum Weissen Haus. In jüngster Zeit scheinen die Klagen aber abgeklungen zu sein: Gemäss der «Washington Post» hat Obama rechtzeitig zu den Wahlen 2012 mehrere Frauen um sich positioniert.

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