Ihr Browser ist veraltet. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser auf die neueste Version, oder wechseln Sie auf einen anderen Browser wie ChromeSafariFirefox oder Edge um Sicherheitslücken zu vermeiden und eine bestmögliche Performance zu gewährleisten.

Zum Hauptinhalt springen

«Für mich hat Trump wirklich geliefert»

«Hier gibt es keine Rationalität»: Donald Trump und Steve Bannon an einer Sitzung im Weissen Haus im Januar 2017.

Sie haben mit «Fire and Fury» einen Bestseller geschrieben. Damit sind Sie einer der grössten Profiteure von der Präsidentschaft Donald Trumps.

Es wäre daher in Ihrem eigenen Interesse als Autor gewesen, Trump zu wählen. Haben Sie?

Weil schon alle anderen gegen ihn waren?

«Trump ist ja fast schon der klassische Fall eines Fisches an Land, ein Mann ist da, wo er nicht hingehört.»

Wann wussten Sie, dass Sie das machen wollten?

Als das Buch rauskam, bezeichnete er Sie auf Twitter als «geistesgestört». Das war, wie die New York Review of Books vermerkt hat, die erste öffentliche Äusserung Trumps nachdem auf Hawaii irrtümlich ein Raketenalarm ergangen war. Wie schmeichelhaft ist das, für den Präsidenten ein grösseres Ärgernis darzustellen als ein möglicher Atomkrieg?

Sie stehen aber nicht nur bei ihm in der Kritik. Ihre Glaubwürdigkeit wird in Zweifel gezogen. Wenn man Ihr Buch als Literatur betrachtet: Wie glaubwürdig ist denn der Erzähler Ihrer Geschichte?

Etliche Schriftsteller kommen vom Magazinjournalismus. Auch insofern die Frage: Sollte man «Fire and Fury» nicht vor allem als grossen amerikanischen Roman lesen?

... vorangetrieben von Charakteren, schillernden Charakteren. Und nicht so sehr getrieben von Themen, wie beispielsweise ein Sachbuch.

Haben Sie mitgeschnitten? Oder wie Proust oder Talese vor dem Schlafengehen alles aus dem Gedächtnis notiert?

Ihr Buch erzählt im Kern vom Kampf zwischen dem Chefstrategen Bannon einerseits und andererseits Jared Kushner und Ivanka Trump um eine Art Sorgerecht für den Präsidenten – er erscheint tatsächlich als nicht besonders zurechnungsfähiges Kind. Bei welchem Lager haben Sie sich denn wohler gefühlt?

Echt?

Was ist dann so spannend daran, ihm zuzuhören?

«Bannon ist wirklich lustig. Und er ist ungefiltert. Das ist sehr selten in so einem Umfeld.»

Man kann sagen, dass Sie ihn ­ziemlich hingehängt haben.

Keine Leibwächter, die Ihnen jetzt rachsüchtige Bannon-Fans vom Leib halten müssen?

Vielen macht besonders der rechte Rand des Lagers Sorge, für das auch Bannon stand: die Alt-Right-Bewegung bis hin zu Neonazis. Wie ernst muss man den Einfluss dieser Kräfte Ihrer Beobachtung nach nehmen?

Der rechte Rand war im Weissen Haus kein Thema?

Und jetzt, wo er weg ist?

Das Buch endet mit dem Sturz von Bannon. Damit kam etwas an sein Ende?

Nach der Wahl wurde davor gewarnt, Donald Trump zu «normalisieren.» Aber jeder Artikel über Trumps neuesten Klops rückt den von gestern wieder in den Hintergrund. Man hat den Eindruck, gerade die Anhäufung von Skandalen führt zur Normalisierung.

In Ihrem Roman sind die Russen die finstere Macht im Hintergrund. Wird Trump über diese Kontakte stolpern?

«Donald Trump ist einfach ein ‹character›, eine Figur wie von Dickens, und er ist absurd.»

Die entsprechenden Szenen lesen sich wie eine Parodie auf «Der Pate». Mussten Sie beim Schreiben nicht durchweg kichern?

Bei der Amtseinführung sah man das Plakat «Ivanka 2020». Das war als Witz gemeint. Bei Ihnen liest man: Sie hat wirklich Ambitionen. Im Ernst?