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Erkrankte Clinton will Wahlkampf fortsetzen

Hillary Clintons Schwächeanfall in der Öffentlichkeit sorgte für Aufregung. Nun äusserte sich die US-Präsidentschaftskandidatin erstmals selbst dazu.

Angeschlagen, aber nicht angezählt: Hillary Clinton macht schwere Tage durch.

Nach ihrem Schwächeanfall gibt sich Clinton resolut. Schon in ein paar Tagen wolle sie wieder mitmischen im Wahlkampf, kündigt sie an. Ihre Diagnose Lungenentzündung habe sie auf die leichte Schulter genommen.

Trotz Lungenentzündung will Hillary Clinton nach eigenen Angaben schon in ein paar Tagen wieder in den US-Wahlkampf einsteigen. Ihr gehe es nach ihrem jüngsten Schwächeanfall in New York besser, sagte die demokratische Präsidentschaftskandidatin dem TV-Sender CNN. Die Kritik an ihrem Umgang mit ihrer Erkrankung, von der sie bereits am Freitag wusste, konterte sie mit den Worten: «Ich dachte einfach nicht, dass dies so eine grosse Sache sein würde.»

Den Schwächeanfall erlitt Clinton am Sonntag bei einer Gedenkfeier für die Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 in New York. Ein auf Twitter veröffentlichtes Video zeigte, wie sie zu taumeln schien und von drei Helfern zu einem Wagen geleitet wurde.

Die Frage, ob sie in Ohnmacht gefallen sie, verneinte Clinton am Montagabend in dem Telefoninterview der CNN-Sendung «Anderson Cooper 360.» Ihr sei schwindlig geworden, für eine Minute habe sie auch ihr Gleichgewicht verloren. Als sie sich aber in den klimatisierten Wagen gesetzt und Wasser bekommen habe, sei es ihr gleich besser gegangen.

Seit dem Wochenende steht nicht nur ihr Gesundheitszustand im Fokus, sondern die Informationspolitik ihres Teams nach ihrem Schwächeanfall. Nach Clintons abrupten Abgang von der Gedenkfeier waren ihr Zustand und Aufenthaltsort zunächst unklar, was zu weitreichenden Spekulationen führte. Stunden später gab es zwei kurze Mitteilungen, wonach sie sich in der Wohnung ihrer Tochter Chelsea in Manhattan aufhalte und «überhitzt» gewesen sei. Clintons Sprecher Brian Fallon räumte am Montag ein, dass dies ein Fehler gewesen sei.

Selbst ranghohe Demokraten rügten die Kandidatin. US-Vizepräsident Joe Biden sagte bei einem Besuch in South Carolina, Clinton «hätte auf die Ärzte hören sollen» und sich nach der Diagnose vom Freitag ausruhen müssen. Zugleich bescheinigte er ihr eine «enorme Ausdauer.»

Clinton räumte ein, den ärztlichen Rat ignoriert zu haben, sich fünf Tage lang auszukurieren. Sie habe gedacht, dass sie «einfach weitermachen und durchpowern könnte und das hat dann nicht so gut geklappt», bekannte sie im Interview. In einer SMS-Nachricht und einem Facebook-Post teilte sie ihren Unterstützern später mit, dass sie darauf brenne, wieder Wahlkampf zu machen. So gehe es jedem, der sich krankheitsbedingt von der Arbeit pausieren müsse.

Clinton kündigte ausserdem an, weitere Informationen über ihren Gesundheitszustand zu liefern. Auch ihr republikanischer Rivale Donald Trump will so verfahren. Vor ihrem Schwächeanfall hatte er immer wieder Zweifel an ihrer körperlichen Fitness für das höchste Staatsamt der USA gesät. Nun wird erwartet, dass er aus dem Thema Kapital schlägt.

Auf einer Wahlkampfkundgebung in North Carolina kritisierte Trump am Montagabend jedoch vor allem eine jüngste Äusserung Clintons, wonach die Hälfte seiner Anhänger erbärmlich sei. Clintons Worte kämen einer «klaren Attacke auf den amerikanischen Wähler» gleich, erklärte Trump.

Seine Rede in der Cellular-Arena in Asheville wurde von Tätlichkeiten und Protesten überschattet. Als mehrere junge Zwischenrufer vom Wachpersonal von den oberen Rängen eskortiert wurden, packte ein Besucher einen von ihnen am Hals und versetzte ihm einen Faustschlag. Dann ohrfeigte der Angreifer eine Frau, die ebenfalls hinausgeführt wurde. Der mutmassliche Trump-Anhänger selbst wurde nicht hinausgeworfen.

SDA/chi

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