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«Er klingt tatsächlich, als habe er einen Plan»

Donald Trump verblüffte mit einer zahmen Rede vor dem Kongress. Die Reaktionen der TV-Zuschauer.

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«Die Zeit für Denken in kleinen Dimensionen ist vorbei»: US-Präsident Donald Trump spricht vor dem US-Kongress. (28. Februar 2017)
«Die Zeit für Denken in kleinen Dimensionen ist vorbei»: US-Präsident Donald Trump spricht vor dem US-Kongress. (28. Februar 2017)
Chip Somodevilla, AFP
Der neue US-Präsident wird mit Applaus begrüsst. (28. Februar 2017)
Der neue US-Präsident wird mit Applaus begrüsst. (28. Februar 2017)
Alex Wong, AFP
Viel Applaus gibt es für First Lady Melania Trump. (28. Februar 2017)
Viel Applaus gibt es für First Lady Melania Trump. (28. Februar 2017)
Pete Marovich, Keystone
Verfolgen die Rede auf der Tribüne: Ivanka Trump und Jared Kushner. (28. Februar 2017)
Verfolgen die Rede auf der Tribüne: Ivanka Trump und Jared Kushner. (28. Februar 2017)
Pete Marovich, Keystone
Unter den Zuhörern: Verteidigungsminister James Mattis. (28. Februar 2017)
Unter den Zuhörern: Verteidigungsminister James Mattis. (28. Februar 2017)
Pete Marovich, Keystone
Muss viele Hände schütteln: Donald Trump kommt im Capitol an. (28. Februar 2017)
Muss viele Hände schütteln: Donald Trump kommt im Capitol an. (28. Februar 2017)
Pablo Martinez Monsivais, Keystone
Fährt auf dem Capitol Hill vor: US-Präsident Donald Trump mit First Lady Melania. (28. Februar 2017)
Fährt auf dem Capitol Hill vor: US-Präsident Donald Trump mit First Lady Melania. (28. Februar 2017)
Andrew Harnik, Keystone
Mehrere Kongressabgeordnete tragen Weiss, um an die Frauenbewegung zu erinnern. (28. Februar 2017)
Mehrere Kongressabgeordnete tragen Weiss, um an die Frauenbewegung zu erinnern. (28. Februar 2017)
Win McNamee, AFP
Demonstranten protestieren vor dem Capitol gegen Donald Trump. (28. Februar 2017)
Demonstranten protestieren vor dem Capitol gegen Donald Trump. (28. Februar 2017)
Erik S. Lesser, Keystone
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Wer ist dieser ruhige, gefasste Mann? Und was hat er mit US-Präsident Donald Trump angestellt? Das könnte eine der häufigsten Reaktionen nach der ersten Rede Trumps vor dem Kongress in Washington gewesen sein. Wer auf einen weiteren kleinen Skandal gehofft hatte, wurde enttäuscht. Stattdessen wurden die Zuhörer Zeugen einer souveränen Präsidentenrede, die sich ans Manuskript hielt. In den durchwachsenen ersten Wochen der Trump-Regierung eine Sensation für sich: Der Nicht-Skandal.

Mike Mullowney aus Boston, der vergangenes Jahr nicht für Trump gestimmt hatte, sah sich die Rede im Fernsehen an und hatte einen «kompletten Zirkus» erwartet. Er war stattdessen geradezu schockiert, einen Präsidenten zu sehen, der sich seinem Amt entsprechend verhielt. «Das hat mich umgehauen», sagte Mullowney.

Mauer, Jobs und Optimismus: Donald Trumps Rede vor dem Kongress war ungewohnt optimistisch. (Video: Tamedia/Reuters)

«Teleprompter-Trump» löst «Twitter-Trump» ab

Die Botschaft Trumps blieb aber ähnlich: Laut und klar sprach er sich für eine Verurteilung des «radikalen islamischen Terrors» und kriminelle Einwanderer aus. Und er stellte abermals einige Behauptungen auf, die seine Kritiker anfechten werden. Aber die Art, wie er diese dieses Mal präsentierte, machte einen grossen Unterschied zu vorherigen Auftritten.

Einige Zuschauer urteilten, sie hätten einen «Teleprompter-Trump» erlebt, der den «Twitter-Trump» beiseite gelassen habe. Zuschauer Mullowney sagte, er habe den Ton Trumps als beruhigend empfunden. Der Präsident habe wie jemand geklungen, den er tatsächlich auch unterstützen würde. «Er klingt tatsächlich, als habe er einen Plan.»

Ausnahmeerscheinung?

Andere glaubten jedoch, dass es sich um den Auftritt eher um eine Ausnahmeerscheinung handle: «Das war darauf ausgelegt, den Resetknopf zu drücken und das hat er auch ziemlich ordentlich gemacht, er ist nicht zu sehr vom Skript abgewichen», sagte Donald Stotts aus Richmond, der ebenfalls kein Trump-Wähler ist. «Aber ich weiss, wenn ich aufwache, sehe ich die Tweets und den Wahnsinn.»

Auch unerschrockene Trump-Unterstützer, die den polternden Wahlkämpfer gewählt haben, fanden an dem ruhigeren Präsidenten Gefallen. «Er war heute Abend sehr präsidial. Er musste das sein», sagte Kim Jurincic, die sich für Trump schon im Wahlkampf ins Zeug gelegt hatte – sogar vom Krankenhausbett aus, nachdem sie einen Herzinfarkt erlitten hatte. Trump werde besser im Redenhalten, sagte der 71 Jahre alte Anwalt Cass Connolly. «Er fühlt sich immer wohler damit.»

Andere lechzten aber auch nach dem lauten Trump - der eben Trump ausmacht: «Während des Wahlkampfes war Trump mit Absicht bombastisch.», sagte Matt Maddock. Es sei wahrscheinlich gut für ihn, mehr dem Amt angemessen aufzutreten. «Aber es wird immer den Teil von ihm geben, der bombastisch ist», sagte Maddock. Und den möge er sehr.

(dapd)

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