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Ein Anschlag aus Ignoranz und Chauvinismus

Korrespondent Thomas Spang zu den Vorwahlen in den USA.

Die Vereinigten Staaten haben sich in ihrer Geschichte bisher stets der autoritären Versuchung entziehen können. Das liegt am Selbstverständnis einer Nation, die ihre Geburt der Rebellion gegen eine Monarchie zu verdanken hat. Seitdem hat Amerika nicht nur Pioniere angezogen, die nach einem materiell besseren Leben strebten. Es bot immer auch den anderswo Verfolgten einen sicheren Hafen, hier ein Leben in Freiheit zu führen.Amerikaner zu sein, ist ein Bekenntnis zu gemeinsamen Werten, nicht Verbundenheit durch Blut und Boden. Heimatliebe drückte sich deshalb mehr in einem kindlich-verspielten Patriotismus als in giftigem Nationalismus aus.

All das hat sich mit dem Aufstieg eines blondierten Reality-TV-Stars und Milliardärs zum Spitzenreiter im Rennen um die republikanische Präsidentschaftsnominierung geändert. Wenn dieser am morgigen «kleinen» Super-Dienstag in fünf Bundesstaaten seinen Siegeszug fortsetzt, wird die Partei Abraham Lincolns zu der des Donald Trump. Das Undenkbare tritt plötzlich als reale Möglichkeit ins Bewusstsein. Ja, auch die USA, das Vorbild freiheitlicher Demokratien, erweisen sich verwundbar durch einen Anschlag aus Ignoranz, Dummheit und Chauvinismus.

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