Donald Trump führt im US-Vorwahlkampf mit grossem Vorsprung

Er verunglimpfte Einwanderer, prahlte mit seinem Vermögen – beliebt ist er trotzdem: Der Milliardär Donald Trump setzt sich im Vorwahlkampf der Republikaner an die Spitze.

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24 Prozent der Befragten erklärten bei der Umfrageim Auftrag der Zeitung «Washington Post» und des Senders ABC News den Immobilienmogul Donald Trump zu ihrem Favoriten. Der Gouverneur von Wisconsin, Scott Walker, landete mit 13 Prozent mit grossem Abstand auf Platz zwei. Jeb Bush, Ex-Gouverneur von Florida, kam auf 12 Prozent. Befragt wurden potenzielle republikanische oder parteilose Wähler.

Seit Trump seine Kandidatur angekündigt hat, habe er die Wahlkampfnachrichten dominiert, schreibt die «Washington Post». Der Geschäftsmann und TV-Star sorgte unter anderem mit Aussagen zu Einwanderern aus Mexiko für Wirbel: «Sie bringen Drogen, sie bringen Kriminalität, sie sind Vergewaltiger, und einige, nehme ich an, sind auch nette Leute», sagte Trump.

Am Wochenende machte Trump erneut Schlagzeilen, als er den prominenten Senator und Vietnamkriegs-Veteranen John McCain beleidigte. «Er war ein Kriegsheld, weil er gefangen genommen wurde. Ich mag Leute, die nicht gefangen wurden», sagte Trump über McCain. Dieser war in Vietnam in Gefangenschaft geraten und von den Vietcong gefoltert worden.

Umfragewert fällt

Trumps Äusserungen über McCain lösten sowohl bei den Konservativen als auch bei den Demokraten Entrüstung aus. Die Umfrage wurde grösstenteils noch vor Trumps verbaler Attacke auf John McCain durchgeführt, vom 16. bis 19. Juni. Bei den am Sonntag Befragten sei die Unterstützung für Trump sichtbar kleiner gewesen als in den drei Tagen zuvor, berichtet ABC News. Es sei eine offene Frage, wie lange Trumps Höhenflug anhalte.

Mit seiner Kritik an McCain habe sich Trump endgültig als ernsthafter Präsidentschaftskandidat disqualifiziert, sind sich führende Republikaner laut tagesschau.de sicher. Schon in den nächsten Umfragen werde Trumps Popularität einbrechen.

Die Chancen, US-Präsident zu werden, stehen für Trump sowieso schlecht: Selbst wenn Trump für die Republikaner antreten würde, würden 62 Prozent der US-Wähler ihn bestimmt nicht wählen, wie die Umfrage zeigt.

Falls Trump als unabhängiger Kandidat zu den Präsidentschaftswahlen antreten würde, könnte er laut der «Washington Post» den Ausgang der Wahlen aber beeinflussen – denn er würde vor allem dem republikanischen Kandidaten Stimmen wegnehmen. Träten Hillary Clinton, Jeb Bush und Trump an, käme Clinton laut der Umfrage auf 46 Prozent, Bush auf 30 Prozent und Trump auf 20 Prozent.

Mittlerweile gibt es bereits 15 republikanische Präsidentschaftsbewerber. Es wird erwartet, dass sich diese Zahl noch auf 17 erhöht. Heute wollte der republikanische Gouverneur des Bundesstaats Ohio, John Kasich, seine Kandidatur verkünden.

mbr

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