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Interne Memos: Trump und Putins «schönste Prostituierte»

Was in den Notizen von Ex-FBI-Chef James Comey über Treffen und Telefongespräche mit US-Präsident Donald Trump steht.

Der russische Staatschef Wladimir Putin hat vor dem US-Präsidenten Donald Trump geprahlt, Russland habe «die schönsten Prostituierten der Welt». Das steht in Gesprächsnotizen des ehemaligen FBI-Chefs James Comey. Die Aussage steht im Zusammenhang mit Gerüchten über kompromittierende Videoaufnahmen, die Moskau von Trump besitzen soll.

Die nun veröffentlichten Papiere dokumentieren Treffen und Telefongespräche Comeys mit Trump. Sie gelten als wichtiges Beweisstück in der Russland-Affäre. Dazu twitterte Trump am Donnerstagabend, Comeys Notizen zeigten klar, dass es «keine Zusammenarbeit» mit Russland und «keine Behinderung» der Ermittlungen gegeben habe. Zudem habe Comey geheime Informationen durchsickern lassen. «Wird die Hexenjagd weitergehen?»

Die Papiere dokumentieren sieben Gespräche, die Comey zwischen Januar und April 2017 mit Trump geführt hat – also kurz vor Comeys Entlassung am 9. Mai. Vier der Memos unterstehen der Geheimhaltung und enthalten geschwärzte Stellen. Er habe die Gespräche aufgezeichnet, weil er befürchtet habe, der Präsident könnte später nicht die Wahrheit darüber sagen. «Was hier folgt, sind Notizen, die ich im Auto getippt habe, kurz nachdem ich den Trump Tower verlassen habe», schreibt Comey in der Notiz vom 7. Januar. Er habe versucht, die tatsächlich gesprochenen Worte zu verwenden.

Steele-Dossier

Im gleichen Memo schreibt der Ex-FBI-Mann, Trump habe versichert, auf seiner Reise nach Moskau im Jahr 2013 seien «keine Prostituierten» gewesen, «da waren nie Prostituierte», er sei auch gar nicht über Nacht in Russland geblieben. Der US-Präsident habe sich Sorgen darüber gemacht, ob seine Frau die «Golden Showers»-Gerüchte glaubte. Allerdings habe Putin ihm gegenüber gesagt: «Wir haben einige der schönsten Prostituierten der Welt.»

Zuvor hatte Comey den US-Präsidenten darüber informiert, dass er möglicherweise in der Präsidentensuite des Ritz Carlton in Moskau mit Prostituierten gefilmt worden sei, und Russland die Aufnahmen dazu nutzen könnte, um ihn zu erpressen. Dass Putin kompromittierendes Material über Trump besitze, hatte der ehemalige britische Geheimagent Christopher Steele ins Spiel gebracht.

Trump beschwerte sich auch mehrmals über die Ermittlungen zur Russland-Affäre. Im März sagte er, er wolle «das Land regieren», doch die «Wolke dieses Russland-Geschäfts» würde ihm dies erschweren.

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Nach Comeys Darstellung äusserte Trump in Gesprächen auch den Wunsch, dass die Ermittlungen des FBI gegen den damaligen Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn eingestellt werden: «Ich hoffe, sie können das ruhen lassen.» Trump bestreitet das. Manche Beobachter sehen darin einen Versuch der Justizbehinderung. Flynn hatte später zugegeben, das FBI über seine Kontakte mit Russland angelogen zu haben.

Am 27. Januar 2017 soll Trump Bedenken gegenüber Flynn geäussert haben. Dieser habe «ernste Probleme mit seinem Urteilsvermögen». Comey habe sich dazu nicht geäussert und die Frage, ob das FBI an Flynn interessiert sei, sei nicht zur Sprache gekommen. Kurz vor Flynns Entlassung soll Trumps damaliger Stabschef Reince Priebus bei Comey nachgefragt haben, ob Flynns Kommunikation überwacht werde.

Trump und Comey sprachen auch darüber, dass immer wieder Interna aus dem Weissen Haus an die Medien durchsickerten und wie die undichte Stelle zu finden sei.

Comeys Enthüllungsbuch

Zuvor hatte das Justizministerium auf Anfrage republikanischer Abgeordneter dem Kongress eine Kopie der Comey-Papiere übergeben. Damit sollte laut der Nachrichtenseite «Politico» ein Patt zwischen dem stellvertretenden Justizminister Rod Rosenstein und den Republikanern abgewendet werden.

Comey veröffentlichte diese Woche sein Buch «A Higher Loyalty: Truth, Lies and Leadership». Über seine Notizen hat er sich bereits mehrfach öffentlich geäussert – unter anderem in einem Interview mit dem Sender ABC.

Video – «Donald Trump ist moralisch unfähig»

Der ehemalige FBI-Chef James Comey hat Donald Trump in einem Interview aufs Schärfste angegriffen. (Video: Tamedia, ABC)

(sda/afp)

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