Clintons Humor-Offensive gegen E-Mail-Affäre

Wikileaks veröffentlichte neue Dokumente von Hillary Clintons Wahlkampf-Team. Demnach wollte man die E-Mail-Affäre mit Ironie entschärfen.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht: Hillary Clinton mit einer ihrer Anhängerinnen bei einer Veranstaltung in North Carolina. (23. Oktober 2016)

Humor ist, wenn man trotzdem lacht: Hillary Clinton mit einer ihrer Anhängerinnen bei einer Veranstaltung in North Carolina. (23. Oktober 2016) Bild: Mary Altaffer/AP/Keystone

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Hillary Clintons Wahlkampftruppe schreckt nicht vor dem strategischen Einsatz von Ironie zurück. Die Internetplattform Wikilieaks enthüllte der Weltöffentlichkeit, dass die demokratische Präsidentschaftskandidatin im August 2015 in einer Rede auf Anraten ihrer Helfer den Instant-Messaging-Dienst Snapchat empfohlen hat. «Ich liebe das», sagte Clinton damals in Iowa in Anspielung auf ihre E-Mail-Affäre. «Diese Botschaften verschwinden von selbst.»

Zuvor hatte das Wahlkampfteam eine Weile überlegt, ob es sinnvoll sei, Witze über die E-Mail-Affäre der Kandidatin zu machen, wie aus bei Wilikleaks veröffentlichten Dokumenten hervorgeht, die von Clintons Wahlkampfchef John Podesta stammen sollen. Clinton hat in ihrer Zeit als US-Aussenministerin dienstliche E-Mails über einen privaten Server laufen lassen und muss sich deshalb immer wieder den Vorwurf anhören, gegen Sicherheitsbestimmungen verstossen zu haben.

Kurz nach Bekanntwerden des Falls im März 2015 ventilierte Clintons Pressechefin Jennifer Palmieri den bei Wikileaks veröffentlichen E-Mails zufolge die Idee, die Sache durch ironische Bemerkungen ein wenig ins Lächerliche zu ziehen. Der Gedanke stiess zunächst auf Zustimmung.

Strategie bei Beratern umstritten

Andere Berater warnten aber, man wisse ja selbst nicht, was in den E-Mails stehe. «Vielleicht ernten wir heute Abend einen grossen Lacher und bedauern es, wenn der Inhalt der E-Mails veröffentlicht wird», gab Clinton-Beraterin Mandy Grundwald zu Bedenken. Verworfen wurde dann auch die Idee, der E-Mail-Affäre durch Scherze auf dem satirischen Gridiron Club Dinner von Journalisten und Politikern die Spitze zu nehmen.

Fünf Monate später bat der Chef von Clintons Redenschreibern, Dan Schwerin, dann aber doch um Ideen für einen Witz, den Clinton in Iowa über ihre E-Mails machen könne.

Mit Humor auch gegen Wikileaks

Wikileaks veröffentlicht immer wieder Dokumente, die bei einem Hackerangriff auf Podestas E-Mail-Konto erbeutet worden sein sollen. Die Demokraten haben die Echtheit weder bestätigt noch dementiert. Podesta warnte jedoch, der Inhalt könne verändert worden sein, um Clinton in ein schlechtes Licht zu rücken.

Auch auf die Wikileaks-Veröffentlichungen selbst reagierte Clinton mit Ironie. Auf dem traditionsreichen Wohltätigkeits-Dinner der Alfred E. Smith Gedächtnisstiftung, wo sie eine humorige Ansprache zu halten hatte, sagte die Demokratin am Donnerstag, sie habe einige für ihre Rede geplante Scherze wieder verworfen, weil sie ihr zu gewagt erschienen seien. Welche das waren, könnten sie Zuhörer sicher bald bei Wikileaks nachlesen. (chi/sda)

Erstellt: 24.10.2016, 03:15 Uhr

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