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Buttigieg bastelt sich einen Sieg

Die offiziellen Ergebnisse der Vorwahl in Iowa stehen noch aus, doch Pete Buttigieg verbucht für sich trotzdem schon einen Erfolg.

Pete Buttigieg liess sich am Montagabend in Iowa zusammen mit Ehemann Chasten Buttigieg von seinen Anhängern feiern, obwohl die offiziellen Resultate noch ausstanden. Foto: Reuters/Jonathan Ernst
Pete Buttigieg liess sich am Montagabend in Iowa zusammen mit Ehemann Chasten Buttigieg von seinen Anhängern feiern, obwohl die offiziellen Resultate noch ausstanden. Foto: Reuters/Jonathan Ernst

So war es nicht gedacht: Das Chaos der Stimmenauszählung bei den demokratischen Parteiversammlungen in Iowa beraubte den bislang unbekannten Sieger in der Nacht zum Dienstag seines triumphalen Moments. Und sie nahm ihm die Chance, auf den Schwingen eines Erfolgs in Iowa bei der nächsten Entscheidung im Neuengland-Staat New Hampshire zu punkten.

Dort wird am kommenden Dienstag gewählt, traditionell geniesst der Sieger von Iowa einen Bonus in New Hampshire. Die Blamage in Iowa hielt mehrere demokratische Kandidaten indes nicht ab, einen Sieg oder zumindest ein unerwartet gutes Ergebnis für sich zu reklamieren. Vorneweg marschierte dabei Pete Buttigieg, bis Ende 2019 Bürgermeister der Stadt South Bend und mit 38 Jahren der jüngste Bewerber um die demokratische Krone.

Spät am Abend und ohne sich auf offizielle Zahlen verlassen zu können, sprachen alle Kandidaten in Iowas Hauptstadt Des Moines vor ihren begeisterten Fans. Und während die Senatorin Amy Klobuchar verkündete, man habe sich weit besser geschlagen als erwartet, erklärte sich Pete Buttigieg kurzerhand zum Sieger der Parteiversammlungen.

Tatsächlich verfügten die Stäbe der Kandidaten über interne Zahlen aus den meisten Parteibezirken: Ihre Vertreter in den Wahllokalen, wo sich Iowas Demokraten zusammengefunden hatten, telefonierten die Ergebnisse an die Hauptquartiere der Bewerber.

Pete Buttigieg bastelte sich daraus einen Sieg. «Heute Abend ist ein unwahrscheinlicher Traum eine unbestreitbare Realität geworden», erklärte er in seiner Ansprache. Iowa habe «der Nation einen Schock versetzt», nahm Buttigieg den Mund voll.

Danach flog der selbstbewusste Newcomer weiter nach New Hampshire, wo er am Dienstagmorgen um vier landete. Träfe seine Einschätzung zu, hätte also nicht der Favorit Bernie Sanders in Iowa gewonnen und auch nicht die Senatorin Elizabeth Warren, sondern der Ex-Bürgermeister.

Biden erging es nicht gut

Buttigieg mag sich verschätzt haben, Joe Biden aber scheint es tatsächlich nicht gut in Iowa ergangen zu sein. Der ehemalige Vizepräsident hielt eine eher verhaltene Rede, zudem nährte ein scharfer Brief seines Stabs an die Parteioffiziellen von Iowa den Verdacht, Biden sei bei den Parteiversammlungen untergegangen. In dem Schriftstück, verfasst kurz vor Mitternacht, beklagten sich Bidens Anwälte über «Unregelmässigkeiten» bei der Auszählung der Stimmen.

Regelmässig war freilich nichts in der Nacht vom Montag auf Dienstag in Iowa. Und während die Amerikaner im Verlauf des Dienstags auf die offiziellen Ergebnisse aus Des Moines warten, haben sich Gewinner wie Verlierer schon in den nächsten Wahlkampf gestürzt. In New Hampshire aber gibt es keine komplizierten Parteiversammlungen, sondern richtige Wahlscheine aus Papier. Eine Pleite wie in Iowa ist deshalb nicht zu erwarten.

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