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Attentäter fiel bei Test in AKW durch

Der Terrorist von Chattanooga wollte als Ingenieur in einem Atomkraftwerk arbeiten. Das Motiv des jungen Angreifers gibt den Behörden immer noch Rätsel auf.

Vor dem Rekrutierungszentrum der US-Streitkräfte schoss der Attentäter auf US-Militärs. (16. Juli 2015)
Vor dem Rekrutierungszentrum der US-Streitkräfte schoss der Attentäter auf US-Militärs. (16. Juli 2015)
EPA/Erik S. Lesser
Das FBI untersucht die Stelle mit Dutzenden Einschusslöchern. (16. Juli 2015)
Das FBI untersucht die Stelle mit Dutzenden Einschusslöchern. (16. Juli 2015)
EPA/Erik S. Lesser
Blumen vor dem Rekrutierungsbüro gedenken der Verstorbenen.
Blumen vor dem Rekrutierungsbüro gedenken der Verstorbenen.
EPA/Erik S. Lesser, Keystone
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Nach den tödlichen Schüssen auf US-Marines in Tennessee suchen die Ermittler nach dem Motiv des jungen Attentäters. Das FBI untersucht, ob es sich um einen terroristischen Anschlag gehandelt hat. Zurückliegende Reisen des 24-Jährigen ins Ausland sollen nun unter die Lupe genommen werden, um Indizien zu bringen.

Muhammad Abdulazeez hatte am Donnerstag Dutzende Schüsse auf ein Rekrutierungsbüro abgegeben. Anschliessend fuhr er in Chattanooga zu einem Militär-Übungszentrum, wo er vier Marineinfanteristen tötete und drei weitere Menschen verletzte. Die Polizei erschoss ihn.

Dem FBI zufolge hatte Abdulazeez mindestens drei Waffen bei sich. Einige davon seien legal gewesen, einige nicht, sagte FBI-Agent Ed Reinhold am Freitag auf einer Pressekonferenz.

Die Ermittler versuchen nun zu verstehen, warum der in Kuwait geborene Mann das Feuer auf die US-Militäreinrichtungen eröffnet hatte. Abdulazeez hatte sich nicht im Visier der Bundesbehörden befunden, bevor es zu der Bluttat kam. Der für den Osten von Tennessee zuständige Staatsanwalt Bill Killian sagte, es werde wegen Terrorismus ermittelt.

«Sie fasten, sie beten und das war's»

Laut Angaben eines Behördenmitarbeiters sei auf Abdulazeez' Computer keine überaus grosse Präsenz im Internet zu finden gewesen. Es gebe keine Hinweise, dass er von der Terrormiliz Islamischer Staat beeinflusst worden sei.

Ein Verwandter des Täters sagte, Abdulazeez habe Familienangehörige im Westjordanland, von wo auch seine Eltern stammten. Im vergangenen Jahr seit er nach Jordanien gereist. Der junge Man sei ein «netter, gebildeter Kerl» gewesen. Seine Familie sei muslimisch, aber alles andere als fundamentalistisch. «Sie fasten, sie beten und das war's», sagte der Verwandte.

Abdulazeez lebte in der Stadt Hixson. Anwohner dort sagten, er habe in einem zweistöckigen Haus gewohnt. Ein Nachbar berichtete, dass Abdulazeez ihn einmal mit seinem Auto nach Hause gebracht habe, als er in einem Schneesturm gestrandet sei. Der junge Mann sei einfach nur als Durchschnittsbürger aufgetreten, sagte Ken Smith aus dem Stadtrat von Hixson.

Hintergrundüberprüfung nicht bestanden

Abdulazeez erwarb 2012 einen Ingenieursabschluss an der University of Tennessee in Chattanooga. Später wollte er nach Angaben eines Energiekonzerns als Ingenieur in einem Atomkraftwerk im US-Staat Ohio arbeiten. Muhammad Abdulazeez sei allerdings nach zehn Tagen auf der Anlage rund 50 Kilometer nordöstlich von Cleveland entlassen worden, weil er im Mai 2013 bei einer Hintergrundüberprüfung durchgefallen sei, sagte ein Sprecher von FirstEnergy Corp., Todd Schneider. Nach Angaben eines Bundesbeamten war der junge Mann bei einem Drogentest durchgefallen.

Schneider zufolge arbeitete Abdulazeez bis dahin in einem Verwaltungsgebäude und hatte keinerlei Erlaubnis, um in den Sicherheitsbereich nahe dem Reaktor zu gelangen. Mitarbeiter des Unternehmens hätten Abdulazeez auf einem Foto wiedererkannt, das nach dessen Taten kursierte. Daraufhin hätten sie die Geschäftsführung alarmiert.

AP/fal

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