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Argentiniens Ex-Diktator Massera ist tot

Der frühere argentinische Diktator Emilio Eduardo Massera ist im Alter von 85 Jahren an einer Gehirnblutung gestorben. Er ist für das Verschwinden zahlreicher Regimegegner verantwortlich.

War wegen Menschenrechtsverletzungen angeklagt: Eduardo Emilio Massera (rechts) beim Verlassen des Gerichts in Buenos Aires (undatierte Aufnahme).
War wegen Menschenrechtsverletzungen angeklagt: Eduardo Emilio Massera (rechts) beim Verlassen des Gerichts in Buenos Aires (undatierte Aufnahme).
AFP

Der frühere Admiral hatte 1976 zusammen mit den Generälen Jorge Rafael Videla und Orlando Ramón Agosti die Präsidentin María Estela Martínez de Perón gestürzt und eine grausame Diktatur errichtet. Bis zum Ende der Diktatur 1983 brachten die Militärs Schätzungen von Menschenrechtsgruppen zufolge etwa 30'000 Menschen um.

Das spurlose Verschwindenlassen von Menschen, ihre Verschleppung, Folterung und Ermordung gelten als Staatsterrorismus. Im Machtbereich Masseras lag auch die Marineschule Esma in Buenos Aires, eine der grössten Folter- und Mordzentren des Landes, die heute eine Gedenkstätte ist.

Vor dem Wahlkampf festgenommen

Massera hatte noch versucht, eine politische Karriere zu starten und wollte sich bei der ersten demokratischen Wahl nach der Diktatur 1983 um das höchste Staatsamt bewerben. Er wurde jedoch noch vor Beginn des Wahlkampfes wegen Menschenrechtsverbrechen festgenommen. Im Prozess gegen die Junta wurde er 1985 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, jedoch 1990 begnadigt.

1998 wurde er erneut festgenommen, da ihm auch der Raub von Kindern der Opfer vorgeworfen wurde, und dieser Tatbestand nicht von den Amnestiegesetzen der 1980er-Jahre straffrei gestellt worden war. Nach einem Gehirnschlag 2002 wurde er für verhandlungsunfähig erklärt und konnte deshalb nach Aufhebung der Amnestiegesetze nicht mehr belangt werden.

SDA/miw

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