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Amazon-Chef will Weltall erobern

Jeff Bezos ist der zweitreichste Mensch der Welt, aber vielleicht nicht mehr lange. Der Gründer von Amazon will jedes Jahr eine Milliarde Dollar in sein Jungunternehmen Blue Origin investieren. Dieses soll Flüge ins Weltall ermöglichen.

Der Blick gegen Himmel: Amazon-Gründer Jeff Bezos will ab nächstem Jahr kommerzielle Flüge ins Weltall anbieten
Der Blick gegen Himmel: Amazon-Gründer Jeff Bezos will ab nächstem Jahr kommerzielle Flüge ins Weltall anbieten
zvg / Blue Origin

Beim Raumfahrtsymposium in Colorado Springs stellt Jeff Bezos eine einfache Rechnung auf, um seine Raumfahrtfirma Blue Origin wachsen zu lassen. «Mein Geschäftsmodell für Blue Origin ist jetzt, dass ich pro Jahr für eine Milliarde Dollar Amazon-Aktien verkaufe und sie zur Finanzierung von Blue Origin nutze», sagte der Amazon-Gründer. Mit dem Verkauf von Aktien im Wert von einer Milliarde riskiert Bezos seinen Platz ganz oben auf der Liste der reichsten Männer der Welt.

Robustes Geschäftsmodell

Sein Geschäftsmodell für Blue Origin sei also «sehr robust», sagte Bezos. Er kündigt auch an, dass die Kabine seines geplanten Raumfahrzeugs mit Ledersitzen und «Hotelfenstern» ausgestattet werde. Schliesslich wollten die sechs Fluggäste, die die Kabine aufnehmen soll, für ihr 300 000 Dollar teures Ticket für einen Suborbitalflug auch etwas zu sehen bekommen. Auch wenn diese Flüge die Erdumlaufbahn nicht verlassen, werden die Passagiere doch die Schwerelosigkeit erleben.

«Ich möchte Menschen im Weltraum sehen», sagte Bezos vor dem Raumfahrtsymposium. Blue Origin soll schon im kommenden Jahr die ersten Menschen in den Weltraum befördern. Seine Konkurrenten sind Spacex, die Weltraumtransportfirma des Elek­troautobauers Elon Musk, und Virgin Galactic. Spacex will kommendes Jahr zwei Menschen auf einen Flug rund um den Mond schicken.

Qualität statt Hast

Blue Origin und Spacex liefern sich ein Wettrennen bei der Entwicklung wiederverwendbarer Raketen für Raumflüge, die die Starts deutlich billiger machen würden. Blue Origin hat schon fünf solcher Starts mit wiederverwendeten Raketen absolviert, Spacex kürzlich einen, wobei die ausgebrannte Rakete dann auf einer schwimmenden Plattform landete. Bezos warnte allerdings vor zu viel Hast auf Kosten der Qualität. «Es ist ein Fehler, ein Rennen um die Zeit zu machen, wenn man von Fluggeräten spricht, besonders von solchen, in die Menschen gesetzt werden. Dennoch denke ich, dass wir unseren ersten bezahlten Flug mit Passagieren 2018 machen werden.»

Auch will Bezos 2,5 Milliarden Dollar zum Bau einer grösseren Rakete aufwenden, wie er in Colorado sagte. Sie soll ab 2020 Fracht in eine Erdumlaufbahn befördern. Wenn er und Musk Raumflüge billiger und zur Routine machen würden wie heute die Reise mit Flugzeugen, dann würde das eine grosse Revolution auslösen und viele Unternehmen in diesen Bereich locken. «Dann werden wir Kreativität erleben, Dynamik und das, was wir in den letzten zwanzig Jahren mit dem Internet gesehen haben.»

Schon immer All-fixiert

Der heute 53-jährige Bezos war schon immer an Raumfahrt interessiert. Er leitete eine Studentenarbeitsgruppe dazu an der Princeton University. Er habe Amazon 1994 zunächst als Buchhandel gegründet, in der Hoffnung, genug Geld für Projekte wie Blue Origin zu verdienen, sagte er im vergangenen Jahr bei einer Preisverleihung. Genug Geld hat er verdient. Der Wirtschaftsdienst Bloomberg setzte ihn kürzlich auf Platz zwei der reichsten Männer der Welt, mit 78,4 Milliarden Dollar Vermögen, gleich hinter Microsoft-Gründer Bill Gates.

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