Vater von US-Jihadistin zieht vor Gericht

Die IS-Anhängerin Hoda Muthana dürfe nicht zurück in die USA, hatte Präsident Donald Trump verkündet. Der Fall ist rechtlich kompliziert.

Die 24-jährige Hoda Muthana gehört zu rund 1500 ausländischen Frauen und Kindern, die von Kurden im Flüchtlingslager al-Hul festgehalten werden. Bild: Keystone

Die 24-jährige Hoda Muthana gehört zu rund 1500 ausländischen Frauen und Kindern, die von Kurden im Flüchtlingslager al-Hul festgehalten werden. Bild: Keystone

Im Streit um die von den US-Behörden abgelehnte Rückkehr der jungen Jihadistin Hoda Muthana in die USA ist der Vater der 24-Jährigen vor Gericht gezogen.

In einem Eilantrag vor dem Bezirksgericht in Washington forderte Ahmed Ali Muthana am Donnerstag, dass die US-Staatsbürgerschaft seiner in den USA geborenen Tochter anerkannt wird und sie mit ihrem kleinen Sohn in die USA zurückkehren darf. Seine Tochter sei bereit, sich der US-Justiz zu stellen.

US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch öffentlich verkündet, dass die in Syrien inhaftierte Muthana nicht in die USA zurückkehren dürfe. US-Aussenminister Mike Pompeo erklärte, bei der 24-Jährigen handle es sich «nicht um eine US-Bürgerin, und sie wird nicht in die Vereinigten Staaten hineingelassen».

Der Fall ist rechtlich kompliziert: In den Vereinigten Staaten geborene Menschen erhalten im Normalfall die US-Staatsbürgerschaft. Dies gilt aber nicht für die Kinder ausländischer Diplomaten.

International in den Schlagzeilen

Ahmed Ali Muthana war ein Diplomat für den Jemen bei den Vereinten Nationen in New York. Laut seinem Eilantrag vor Gericht forderte ihn der Jemen aber im Juni 1994 auf, seinen Diplomatenpass zurückzugeben.

Seine Tochter wurde dann am 28. Oktober desselben Jahres in New Jersey geboren. Das US-Aussenministerium ging aber zwischenzeitlich davon aus, dass Muthana bis Februar 1995 Diplomat war – also noch nach der Geburt seiner Tochter.

Der Fall der jungen Jihadistin sorgte international für Schlagzeilen – auch weil Trump europäische Staaten aufgefordert hat, Staatsangehörige zurückzuholen, die in Syrien als Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gefasst wurden.

oli/sda

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