Terroralarm: Zweifel an der Schuld der Verhafteten

Ein Menschenrechtsorganisation glaubt nicht, dass die 22-jährige im Jemen verhaftete Studentin, hinter dem geplanten Attentat steht. Derweil verfolgen die Behörden eine Spur, die nach Ägypten führt.

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Eine Menschenrechtsorganisation im Jemen hat die Schuld der jungen Frau, die im Zusammenhang mit den an Ziele in den USA adressierten Sprengstoffpaketen festgenommenen wurde, angezweifelt.

Er glaube nicht an die offiziellen Angaben, wonach die Verdächtige ihre Handy-Nummer auf den Paketscheinen hinterlassen habe, erklärte Abdel Rahmane Barmane von der Organisation Hood am Sonntag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. «Wir wissen genau, dass al-Qaida niemals Spuren hinterlässt.» Als möglicher Drahtzieher des Anschlagsversuchs wird der Arm des Terrornetzwerkes al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel vermutet.

Unklare Aussagen über die Verhaftete

Die am Samstag gemeinsam mit ihrer 45-jährigen Mutter festgenommene Frau ist Barmane zufolge 22 Jahre alt und studiert Informatik in der Hauptstadt Sanaa. Ein Sicherheitsvertreter hatte AFP am Samstag hingegen gesagt, die Festgenommene sei Medizinstudentin. Barmane forderte einen Anwalt für die junge Frau sowie Zugang für ihre Familie. In Frachtflugzeugen in Dubai und Grossbritannien waren in der Nacht zu Freitag zwei aus dem Jemen stammende Pakete mit funktionsfähigen Sprengsätzen entdeckt worden, die in die USA geliefert werden sollten.

Barmane gab an, dass nach seinen Informationen am Samstag «alle Mitarbeiter» der US-Transportgesellschaften UPS und Fedex im Jemen festgenommen und befragt wurden. Er wisse jedoch nicht, ob sie inzwischen wieder freigelassen worden seien.

Der unbekannte Nutzer aus Ägypten

Derweil wurde die Website einer der Synagogen, an die die aus dem Jemen abgesendeten Sprengstoff-Pakete gerichtet gewesen sein sollen, laut einem Zeitungsbericht in jüngster Zeit häufig von einem Nutzer aus Ägypten aufgesucht. Der Web-Administrator seines Gotteshauses habe vor kurzem festgestellt, dass die Website an einem Tag 83 Mal von jemandem aus Ägypten angeklickt worden sei, zitierte das «Wall Street Journal» am Samstag den Rabbi der Chicagoer Emanuel-Gemeinde, Michael Zedek. Dieser Vorfall mache ihm Sorgen, er wolle daher die Behörden einschalten.

Der Rabbi sagte der Zeitung ausserdem, er habe aus einer Quelle erfahren, dass es vier an Synagogen in Chicago adressierte Bomben gegeben habe und nicht zwei wie bislang mitgeteilt. Zedeks Gemeinde selbst war nach dessen Angaben nicht der direkte Adressat eines der Pakete, sondern die Schwester-Synagoge Or Chadash, die im selben Gebäude wie die Emanuel-Synagoge untergebracht sei. Or Chadash sei eine Gemeinde speziell für Schwule und Lesben, berichtete «WSJ». (jak/AFP)

Erstellt: 31.10.2010, 09:54 Uhr

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