«Nun sind wir sicher, dass Trump ein Rassist ist»

Der US-Präsident hat El Salvador, Haiti sowie afrikanische Länder als «Dreckslöcher» bezeichnet. Die Reaktionen bleiben nicht aus.

Auf CNN empört sich der ehemalige CIA-Mann Philip Mudd über Trumps Aussage. (Video: Tamedia/CNN)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

US-Präsident Donald Trump hat mit einer Bemerkung mal wieder für Furore gesorgt. Während eines Treffens mit demokratischen und republikanischen Senatoren stellte der Präsident am Donnerstag die Frage, warum die USA die Einreise von Menschen aus «Drecksloch-Ländern» erlaubten – und spielte damit auf El Salvador, Haiti und auf afrikanische Länder an. Reaktionen aus Washington im Überblick:

«Präsident Trumps Kommentare sind nur ein weiterer Beweis für seine rassistisch unsensiblen und ignoranten Ansichten. Es bekräftigt ausserdem die Bedenken, die wir jeden Tag hören, dass der ‹Make America Great Again›-Slogan des Präsidenten in Wirklichkeit ein Code für ‹Make America White Again› (auf Deutsch etwa: Macht Amerika wieder weiss) ist.» Der Demokrat Cedric Richmond, Vorsitzender des Black Caucus im US-Kongress.

«Ich freue mich darauf, eine genauere Erklärung zu den Kommentaren des Präsidenten zu bekommen. Amerika ist unter anderem so besonders, weil wir die Besten und Schlauesten der Welt bei uns willkommen heissen, ohne Rücksicht auf ihr Heimatland.» Der republikanische Senator Orrin Hatch.

«Trumps Kommentare sind unfreundlich, spaltend, elitär (...). Dieses Verhalten ist für das Oberhaupt unserer Nation inakzeptabel.» Die republikanische Abgeordnete Mia Love, deren Familie aus Haiti stammt.

«Er versucht, mich zurückzugewinnen.» Ann Coulter, rechtskonservative Kommentatorin.

«Die Stellung der USA als moralische Instanz in der Welt ist durch den unbedarften, kaltschnäuzigen und ungefilterten Rassismus, der wiederholt von Präsident Trump vertreten wird, beschädigt worden. Seine Entscheidung, Obszönitäten zu benutzen, um afrikanische, zentralamerikanische und karibische Länder zu beschreiben, ist nicht nur ein Tiefpunkt für diesen Präsidenten, sondern ein Tiefpunkt für unsere Nation.» Die Bürgerrechtsorganisation NAACP, die sich für die Rechte ethnischer Minderheiten in den USA einsetzt.

«Präsident Trump war konstant ehrlich über den weissen Nationalismus hinter seiner Einwanderungspolitik. Seine letzte Salve steht in direktem Kontrast zur Entscheidung des Kongresses aus dem Jahr 1965, die rassistischen Quoten pro Land aus der Vergangenheit abzuschaffen und unsere Einwanderungspolitik auf eine Linie mit der Ära der Bürgerrechte zu bringen.» Lorella Praeli, Direktorin des Bereichs Einwanderungspolitik und Kampagnen der Bürgerrechtsorganisation ACLU.

«Wir können nun mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, dass der Präsident ein Rassist ist, der nicht die in unserer Verfassung oder in der Unabhängigkeitserklärung bewahrten Werte teilt.» Der demokratische Abgeordnete Luis Gutiérrez.

«Er hat sich selbst als untauglich präsentiert, unwissend über die Geschichte dieses Landes und die Geschichte der Mitwirkung, welche die Einwanderer, vor allem haitianische Einwanderer, in diesem Land haben.» Der demokratische Senator Kwame Raoul, dessen Eltern in den 1950er-Jahren aus Haiti in die USA kamen.

(chk/dapd)

Erstellt: 12.01.2018, 06:25 Uhr

Artikel zum Thema

Trump bezeichnet mehrere Länder als «Dreckslöcher»

Während eines Treffens mit Senatoren zur US-Einwanderungspolitik soll Präsident Donald Trump den Ausdruck «shithole countries» verwendet haben. Mehr...

Donald Trump muss zum Arzt

Fast-Food-Fan Trump unterzieht sich heute einem Gesundheitscheck. «Es kommt besser gut heraus, sonst wird die Börse nicht glücklich sein», sagt er. Mehr...

Blogs

Michèle & Friends Fremd in der eigenen Stadt

Mamablog «Beide Elternteile sollten 80 Prozent arbeiten»

Abo

Die ganze Region. Im Digital-Light Abo.

Die BZ Berner Zeitung digital im Web oder auf dem Smartphone nutzen. Für nur CHF 17.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Vier Pfoten für die Zukunft: Chilenische Polizistinnen marschieren mit den Welpen zukünftiger Spürhunde an der jährlichen Parade in der Hauptstadt Santiago de Chile. (19. September 2018)
(Bild: Rodrigo Garrido) Mehr...