Mit dem Joint ins neue Jahr

In Kalifornien ist seit dem neuen Jahr der Handel mit Marihuana legal. Beobachter rechnen damit, dass die Legalisierung in anderen US-Bundesstaaten dadurch beschleunigt wird.

Was darfs denn sein? Die Auswahl in einem Laden in Oakland.

Was darfs denn sein? Die Auswahl in einem Laden in Oakland. Bild: Keystone

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Die Kunden konnten es kaum ­erwarten. Vor Urbn Leaf in San Diego hatte sich vor der Geschäftsöffnung bereits eine lange Schlange gebildet. Mit dem Jahresanfang ist im US-Bundesstaat Kalifornien erstmals der Handel mit Marihuana zu Entspannungszwecken legal.

«Das ist verrückt. Wir haben auf viele Menschen gehofft und waren auch darauf vorbereitet», sagte Will Senn, Mitgründer von Urbn Leaf. «Aber damit haben wir nicht gerechnet.» So wird Urbn Leaf in den nächsten Wochen bereits seine dritte Filiale eröffnen. Es wird erwartet, dass der Handel mit Marihuana zu Entspannungszwecken in den kommenden zwei Jahren in Kalifornien einen Umfang von 7 Milliarden Dollar erreichen wird.

Wie es vonseiten des Bundesstaates heisst, könnten dadurch Steuereinnahmen von bis zu 1 Milliarde Dollar entstehen.

Neue Branche entsteht

Marihuana war in Kalifornien seit 1913 verboten. 1996 wurde das Verbot für medizinische Zwecke aufgehoben. Das war ein bedeutender Einschnitt, da zu diesem Zeitpunkt das Interesse an dem Rauschmittel stark zugenommen hatte. 2016 entschieden sich 57 Prozent der Stimm­berechtigten bei einem Referendum dazu, Anbau, Besitz und Gebrauch für Erwachsene über 21 Jahren zu legalisieren. Die Aufhebung des Handelsverbots wurde durch das Referendum für den 1. Januar 2018 festgelegt.

Die Entwicklung ist Teil eines Trends, durch welchen in den USA eine neue Branche entsteht. So ist der Gebrauch zu Entspannungszwecken bereits in den Staaten Alaska, Colorado, Nevada, Oregon und Washington State legal. In Massachusetts soll dieser Schritt im Sommer erfolgen. Dabei ist der Handel mit Marihuana nach landesweiten Gesetzen weiterhin illegal. Justizminister Jeff Sessions hatte sich vor seinem Amtsantritt gegen die Branche ausgesprochen. Präsident Trump hat bislang jedoch keine Initiative gegen die Legalisierung in immer mehr Staaten ergriffen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 02.01.2018, 22:46 Uhr

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