Microsoft soll der NSA Zugriff auf verschlüsselte E-Mails gewährt haben

Die nächste Enthüllung aufgrund von Edward Snowdens Unterlagen: Die Software-Firma Microsoft soll der NSA beim Zugriff auf Webmail-Dienste geholfen haben. Der Konzern sagt, man würde gerne «offener reden».

Hat neuen Ärger am Hals: Microsoft-Chef Steve Ballmer an einer Konferenz.

Hat neuen Ärger am Hals: Microsoft-Chef Steve Ballmer an einer Konferenz.

(Bild: Reuters Robert Galbraith)

Der Software-Riese Microsoft hat laut einem Bericht der britischen Tageszeitung «The Guardian» dem US-Geheimdienst NSA geholfen, die Verschlüsselung von Daten durch Nutzer seiner Dienste zu umgehen. Microsoft habe dies vor dem Start des neuen Web-Mail-Portals Outlook.com sichergestellt, berichtet die britische Zeitung. Dadurch habe die NSA stets auf die Informationen zugreifen können, schrieb der «Guardian» weiter.

Der Windows-Konzern betonte in einer Stellungnahme, er kooperiere mit den Behörden nur in den Fällen, in denen dies per Gesetz vorgeschrieben sei. Es handele sich nicht um einen flächendeckenden Zugriff, sondern stets nur um Einzelfälle, wiederholte Microsoft.

Unterlagen von Snowden

Der Bericht basiert erneut auf Unterlagen des Informanten Edward Snowden, der bei der NSA gearbeitet hatte. In einem internen Schreiben heisst es demnach, die Behörde habe über das Überwachungsprogramm «Prism» Zugriff auf E-Mails bei den Microsoft-Diensten Hotmail, Live und Outlook.com, bevor sie verschlüsselt werden.

Ausserdem habe Microsoft daran gearbeitet, der US-Bundespolizei FBI den Zugang zu Daten in dem Online-Speicherdienst SkyDrive zu erleichtern. Der Internet-Telefoniedienst Skype sei an «Prism» Anfang 2011 noch vor seiner Übernahme durch Microsoft angeschlossen worden, heisst es weiter.

Microsoft würde gerne «offener reden»

Microsoft betonte in einer Reaktion beim «Guardian», man sei verpflichtet, den Behörden Möglichkeiten für den Zugang zu Informationen zu gewähren. Das Unternehmen würde darüber gern offener reden können und setze sich deshalb für mehr Transparenz ein.

Die Internet-Unternehmen hatten zuletzt stets bestritten, den US-Behörden direkten Zugang zu ihren Servern zu gewähren. Snowden betont hingegen, die NSA könne nach Belieben auf Informationen zugreifen.

mw/chk/sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt