Die Frau, die mit Trump Geld verdienen will

Stormy Daniels hat es als Pornodarstellerin zu Wohlstand gebracht. Die vermeintliche Affäre mit Trump ist für sie eine gute Möglichkeit, noch einmal abzukassieren.

Sex ist ihr Geschäft: Stephanie Clifford, bekannt unter dem Künstlernamen Stormy Daniels.

Sex ist ihr Geschäft: Stephanie Clifford, bekannt unter dem Künstlernamen Stormy Daniels. Bild: Arely D. Castillo/Keystone

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In dieser Woche ist Stormy Daniels auf Reisen. Im Rahmen ihrer «Macht Amerika wieder geil»-Tournee tritt sie am Donnerstag in einem Stripclub in Florida auf. Das Motto ist eine Verballhornung des Wahlkampfslogans von US-Präsident Donald Trump, der dazu aufgerufen hatte, Amerika wieder grossartig zu machen. Man darf annehmen, dass sich Trump über diese Spöttelei ärgert. Er ist nicht als Mann des Humors bekannt, schon gar nicht, wenn dieser auf seine Kosten geht. Was Trump zudem überhaupt nicht ausstehen kann, sind Menschen, die mit seinem Namen Geld verdienen wollen. Dazu aber ist Daniels fest entschlossen.

Die 39-jährige Pornodarstellerin Stormy Daniels, die mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heisst, behauptet, im Jahr 2006 eine Affäre mit Trump begonnen zu haben, die sich bis ins Jahr 2007 hinzog. 2016 erhielt sie von Trumps Anwalt Michael Cohen kurz vor der Präsidentschaftswahl 130 000 Dollar, verbunden mit der Auflage, künftig über die vermeintliche Affäre zu schweigen.

Bilder: Daniels packt aus

Normalerweise geht Trump seine Gegner frontal an, bevorzugt auf Twitter. Zu Daniels verfasste er bisher nicht einen Tweet, und bis Ende der vergangenen Woche hatte er sich auch verbal nie zu der Angelegenheit geäussert, obwohl Daniels und ihr Anwalt Michael Avenatti viel dafür taten, das für Trump so ärgerliche Thema in der Öffentlichkeit zu halten. Unter anderem trat Daniels in der populären CBS-Sendung «60 Minutes» auf. Mehr als 22 Millionen Zuschauer wollten sehen und hören, was sie über ihre Beziehung zu Trump zu sagen hatte. Unter anderem berichtete sie, dass sie 2011 bedroht worden sei. «Lass Trump in Ruhe», habe ein Unbekannter auf einem Parkplatz in Las Vegas zu ihr gesagt und angedeutet, dass ihre Tochter zu Schaden kommen könne. Nach Angaben des Anwalts Avenatti hätten die Zuschauer noch mehr Pikantes hören können: Eine Beschreibung der Genitalien des Präsidenten sei aus der Sendung herausgeschnitten worden.

Vor ein paar Tagen äusserte sich Trump erstmals zu dem Fall. Er habe nichts von der Zahlung im Jahr 2016 gewusst. Das Geld stamme nicht von ihm. Auf die Frage, warum überhaupt Geld geflossen sei, sagte er, das müsse man seinen Anwalt Mr. Cohen fragen. Damit könnte er sich in eine Bredouille manövriert haben. Daniels argumentiert, falls Trump nichts von der Zahlung gewusst habe, sei das Stillhalteabkommen unwirksam. In diesem Fall würde sie mit Sicherheit einen äusserst lukrativen Buchvertrag abschliessen können. Sie würde diese Frage gern vor Gericht klären. Wäre sie mit diesem Vorhaben erfolgreich, müsste der Präsident seine Aussagen unter Eid wiederholen. Ihr Anwalt frohlockte: «Es ist das eine, die Presse zu täuschen, aber etwas anderes, unter Eid zu lügen.»

Noch einmal abkassieren

Stormy Daniels hat es als Stripperin, Darstellerin in und Regisseurin von Sexfilmen zu einigem Wohlstand gebracht. Sie lebt mit ihrer sieben Jahre alten Tochter und ihrem Ehemann auf einem Anwesen in Texas, wo sie mehrere Pferde hält. Die vermeintliche Affäre mit Trump ist für sie eine gute Möglichkeit, noch einmal richtig abzukassieren. Ihr Manager Danny Capozzi sagte der New York Times, Daniels sei es in jeder Hinsicht wichtig, ihre Profite zu maximieren.

Sollte Trump unter Eid über die Angelegenheit aussagen müssen, wäre es die erste Vorladung eines Präsidenten seit Bill Clinton, der im Jahr 1998 über seinen Umgang mit Frauen Auskunft geben musste. Clinton wäre seinerzeit fast über eine Affäre mit Monica Lewinsky gestürzt, die als Praktikantin im Weissen Haus arbeitete.

Es steht zu erwarten, dass Stormy Daniels auch in dieser Woche nicht aus den Schlagzeilen verschwindet. Nicht nur tritt sie in dem Stripclub in Florida auf, sie will überdies nähere Angaben zu der Person machen, von der sie 2011 im Namen Trumps bedroht worden sein soll. Ihr Anwalt sagt, es stehe eine «grosse Verlautbarung» bevor. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 09.04.2018, 20:21 Uhr

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