Birkenfeld schreibt an Obama

Der in den USA verurteilte ehemalige UBS-Banker hat beim amerikanischen Präsidenten ein Gnadengesuch eingereicht: Er will die Freiheit – und Geld.

Will Hilfe von Barack Obama: Bradley Birkenfeld 2009 auf dem Weg zum Gericht.

Will Hilfe von Barack Obama: Bradley Birkenfeld 2009 auf dem Weg zum Gericht.

Der ehemalige UBS-Banker Brad Birkenfeld, der den Steuerstreit zwischen der Schweiz und den USA ins Rollen brachte, hat beim amerikanischen Präsidenten Barack Obama ein Gnadengesuch eingereicht. «Noch nie in der Geschichte der USA hat jemand einen derart grossen Steuerbetrug aufgedeckt», heisst es im Schreiben der Anwälte Birkenfelds, Stephen Kohn und Dean Zerbe, an den US-Präsidenten.

Birkenfeld hat die Machenschaften der Bank dem IRS offengelegt, gleichzeitig aber versucht, seine Rolle in der Affäre zu verschweigen. Dafür wurde er zu 40 Monaten Gefängnis verurteilt. Nun fordern seine Anwälte nicht nur die Freilassung des Ex-Bankers, er soll zudem mit bis zu 30 Prozent der Gelder, die dank seinen Angaben sichergestellt werden konnten, belohnt werden.

«Nie zuvor hat sich ein mutiger Einzelner gegen die (damals) grösste Bank der Welt gestellt und Enthüllungen gemacht, die zur Eintreibung von Steuergeldern in Milliardenhöhe führte», schreiben Kohn und Zerbe weiter.

Auch Politiker unter den Steuerbetrügern?

Birkenfeld gab der Zeitung New York Daily News am Donnerstag ein Interview aus dem Gefängnis, in dem er behauptet, auch einige amerikanische Politiker hätten geheime UBS-Konten im Ausland.

Laut Birkenfeld hatte die Bank ein Büro in Washington, das man PEP-Office nannte. PEP stand für «politisch exponierte Personen». «Nur die obersten Manager der Bank kannten die Namen der politischen Kunden», zitiert das Blatt den Ex-Banker.

An Sponsoringtreffen angeworben

Die UBS habe im US-Ableger der Bank in New York zudem eine Anlaufstelle betrieben, die amerikanische Kunden an die Kollegen in der Schweiz verwiesen habe, beschuldigt Birkenfeld die Bank im Interview mit der Zeitung weiter.

Kunden seien zudem an Veranstaltungen für die High Society, an denen die Bank als Sponsor auftrat, geworben worden. Eine Sprecherin von UBS America wies die Vorwürfe zurück.

oku/sda

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