Zum Hauptinhalt springen

21 Salutschüsse für Hu Jintao

US-Präsident Barack Obama hat seinen chinesischen Amtskollegen mit allen militärischen Ehren empfangen. Seit längerem hat Washington keiner Visite eines Staatschefs so viel Bedeutung beigemessen.

Festliches Mahl in illustrer Gesellschaft: Chinas Präsident Hu Jintao tafelt mit Firstlady Michelle Obama und dem Coca-Cola-CEO Muhtar Kent (19. Januar 2011).
Festliches Mahl in illustrer Gesellschaft: Chinas Präsident Hu Jintao tafelt mit Firstlady Michelle Obama und dem Coca-Cola-CEO Muhtar Kent (19. Januar 2011).
Keystone
Zurechtgerückt: Chinas Präsident Hu Jintao nimmt in Washington Stellung.
Zurechtgerückt: Chinas Präsident Hu Jintao nimmt in Washington Stellung.
Keystone
Auf dem Times Square in New York wird Werbung für China gemacht.
Auf dem Times Square in New York wird Werbung für China gemacht.
Keystone
1 / 18

Nach einem Jahr wachsender Spannungen haben die Präsidenten der USA und Chinas ihr Interesse an besseren Beziehungen bekundet. Die Zusammenarbeit beider Länder könne «den Wohlstand mehren und die Sicherheit stärken», sagte US-Präsident Barack Obama am Mittwoch.

Obama empfing den chinesischen Staatschef Hu Jintao am Mittwochmorgen (Ortszeit) in einer Zeremonie mit militärischen Ehren. Am Abend war ein Staatsbankett im Weissen Haus geplant. Bereits am Dienstagabend hatte der US-Präsident den Gast aus China zu einem Abendessen in seinen Privaträumen empfangen.

Obama stellte in seiner Begrüssungsrede klar, dass die USA «den Aufstieg Chinas als starkes, wohlhabendes und erfolgreiches Mitglied der Nationengemeinschaft begrüssen». Selbst wenn die USA und China «in manchen Bereichen konkurrieren, könnten die beiden Länder doch in so vielen anderen Bereichen kooperieren.

«Beidseitigen Gewinn schaffen»

Hu Jintao äusserte die Hoffnung, dass sein Staatsbesuch «ein neues Kapitel in den Beziehungen» aufschlage. Beide Länder könnten «durch Kooperation beidseitigen Gewinn schaffen». Die USA und China müssten Zusammenarbeit und Abstimmung in internationalen Fragen verstärken, gemeinsam gegen globale Probleme vorgehen und einen grösseren Beitrag zum Weltfrieden und zur Entwicklung leisten.

Nach den Beratungen mit Obama standen im Anschluss Gespräche mit amerikanischen Wirtschaftsführern auf dem Programm, darunter mit Microsoft-Chef Steve Ballmer, Goldman-Sachs-Manager Lloyd Blankfein und einem Dutzend weiteren Wirtschaftsvertretern.

Erster Besuch seit 13 Jahren

Die USA erhoffen sich von Hus Besuch einen Beitrag zur Vertrauensbildung in einem Verhältnis, das zunehmend von wirtschaftlicher und politischer Rivalität geprägt ist. Es ist der erste formelle Staatsbesuch eines politischen Führers aus China in den USA seit 13 Jahren.

Experten sprechen von einem zunehmend selbstbewussten Auftreten Chinas auf der Weltbühne, mit dem das wirtschaftlich rasch expandierende Land seinen Anspruch auf Anerkennung als Grossmacht unterstreiche.

Mehrere Streitthemen hatten das Verhältnis der beiden grössten Volkswirtschaften im vergangenen Jahr schlechter werden lassen. So werfen die USA Peking eine Manipulation seiner Währung vor, um billig exportieren zu können. Für Unbehagen sorgt auch die militärische Aufrüstung Chinas. Eine weitere Streitfrage sind die Menschenrechte.

Streitfragen bleiben offen

Hu und Obama klammerten die Streitfragen im öffentlichen Teil ihres Treffens weitgehend aus. Obama mahnte in allgemeiner Form die Achtung der Menschenrechte an. Länder würden sich «harmonischer und erfolgreicher» entwickeln, wenn sie die «universellen Rechte jedes Menschen» respektierten. Nach Angaben des Weissen Hauses wollte der US-Präsident das Thema Menschenrechte mit Hu hinter verschlossenen Türen ansprechen.

US-Aussenministerin Hillary Clinton räumte ein, dass das Verhältnis der beiden Grossmächte derzeit noch ungeklärt ist. Im Sender ABC wich sie der Antwort auf die Frage aus, ob beide Länder Freunde oder Gegner seien. Einer der Gründe für Hus Staatsbesuch sei, «dass wir diese Frage in Zukunft besser beantworten können», sagte sie. «Meine Hoffnung ist, dass wir eine normale Beziehung haben.»

SDA/jak

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch