Zahl der Terroropfer sprunghaft angestiegen

Der Globale Terrorismus-Index zählt immer mehr Opfer von Terroranschlägen. 2014 waren es 80 Prozent mehr als im Vorjahr.

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2014 sterben fast 33'000 Menschen bei Terroranschlägen: In Spanien trauern die Menschen mit Paris. (16. November 2015)

(Bild: Keystone Jorge Zapata)

Die Zahl der Terroropfer in der Welt ist 2014 sprunghaft angestiegen. Mit fast 33'000 gab es im vergangenen Jahr rund 80 Prozent mehr Todesopfer als im Jahr zuvor – der stärkste Anstieg an Terroropfern, der jemals gemessen wurde.

Allein die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und die in Westafrika operierende Boko Haram seien für gut die Hälfte der Opfer verantwortlich, teilte das in London ansässige Institut für Wirtschaft und Frieden mit. Die wirtschaftlichen Kosten des Terrorismus beziffert die Organisation für 2014 auf weltweit 53 Milliarden Dollar. Das seien zehnmal mehr als im Jahr 2000.

Verschiedene Ursachen

Am weitaus meisten vom Terror betroffen sind die Länder Afghanistan, Irak, Nigeria sowie Pakistan und Syrien, heisst es im sogenannten Globalen Terrorismus-Index, den die Organisation am Dienstag in London veröffentlicht. Die Zahl der Todesopfer gibt das Institut für das vergangenen Jahr mit 32'650 an.

Die Ursachen des Terrorismus seien sehr verschieden, meint Steve Killelea, Chef der Organisation. «Im Westen korrelieren sozioökonomische Faktoren wie etwa Jugendarbeitslosigkeit und Drogenkriminalität mit Terrorismus. In Nicht-OECD-Ländern gibt es eine stärkere Beziehung zwischen Terrorismus und andauernden Konflikten, Korruption und Gewalt.»

Einzeltäter im Westen

«Zehn der elf am meisten vom Terrorismus betroffenen Länder haben auch die höchsten Raten an Flüchtlingen und Vertriebenen», meinte Killelea. Im Westen seien es die «lone wolf attackers» – Extremisten, die auf eigene Faust zuschlagen – , die für die meisten Toten verantwortlich seien.

Das Institut für Wirtschaft und Frieden bezeichnet sich selbst als eine der weltweit führenden Denkfabriken, die über Frieden und die ökonomischen Vorteile des Friedens nachdenken.

sda

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