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Mein Alltag und CoronaAuf lehrreiche Wörterreise gehen

Wie verändert die Corona-Pandemie unseren Alltag? Userinnen und User erzählen.

Ein Leser geht auf einen Spaziergang. Nicht an der frischen Luft, sondern durch Wörterbücher.
Ein Leser geht auf einen Spaziergang. Nicht an der frischen Luft, sondern durch Wörterbücher.
Foto: iStock

Ein wiederkehrender Aufsteller ist für mich das Stöbern in Wörterbüchern und Lexika. Wenn ich da auf lehrreiche Wörterreise gehe, stosse ich meist unverhofft auf neue, belustigende Wörter. Im Englisch-Wörterbuch gelange ich zu frappanten Ausdrücken, sobeispielsweise auf «tittle-tattle» (leeres Geschwätz), «tit for tat» (wie du mir, so ich dir; Wurst wider Wurst) oder «to be struck all of a heap» (sprachlos sein). Auch der Duden ist eine nie versiegende Quelle überraschender Ausdrücke: Der Asterisk ist das Sternchen, das im Druckwesen als Hinweis auf eine Fussnote verwendet wird. Im Radio sind zudem Musiktitel immer wieder inspirierend für die Suche nach der Bedeutung eines Ausdrucks: So bedeutet der Liedtitel «Masel tov» der Budapest Klezmer Band frei übersetzt «Viel Glück». Das Gegenteil von «Masel» begegnet einem übrigens im jiddischen Wort «Schlamassel» (missliche Lage; Unglück). Der Titel des Mundartlieds «Wia a Vogel freya» von Urs Zumbühl brachte mich auf die Erforschung des speziellen Nidwaldner Dialekts. Und im lieblichen Frutigdütsch der Dichterin Maria Lauber steht verhüllend einfach «zible» für «bisle», was bei meinem Grossvater auch «wässere» hiess. Jakob Salzmann, Frutigen

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