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Könizer Wahlen 2021Auch Brönnimann greift die Gemeindepräsidentin an

Der Könizer Wahlkampf nimmt Fahrt auf. Nach Hans-Peter Kohler (FDP) kündigt auch Thomas Brönnimann (GLP) seine Kandidatur fürs Gemeindepräsidium an.

Der GLP-Gemeinderat Thomas Brönnimann will der neue Könizer Gemeindepräsident werden.
Der GLP-Gemeinderat Thomas Brönnimann will der neue Könizer Gemeindepräsident werden.
Foto: Raphael Moser

Die Woche begann bereits mit einer Kampfansage: Am Montag gab Hans-Peter Kohler (FDP) – überraschend früh – bekannt, dass er nächsten Herbst fürs Gemeindepräsidium antreten wird.

Ein paar Tage später doppelt sein Gemeinderatskollege Thomas Brönnimann nun nach. Auch der Grünliberale will bei den Könizer Wahlen 2021 neues Gemeindeoberhaupt werden – und damit die amtierende Gemeindepräsidentin Annemarie Berlinger (SP) herausfordern.

Für befristete Steuererhöhung

«Mit seiner Gesamtsicht und dem Streben nach einer zukunftsfähigen Gemeinde ist er der ideale Kandidat für dieses Amt», schreibt Brönnimanns Partei GLP in einem Communiqué. Die Gemeinde Köniz befinde sich finanziell in Schieflage. Gerade in einer solchen Situation seien klare Strategien und Bekenntnisse gefragt.

Eine Massnahme bringt Brönnimann denn auch bereits aufs Tapet: die auf vier Jahre befristete Steuererhöhung. Eine solche brauche es, «um die Finanzen wieder ins Lot zu bringen». Auch für «effektive Sparmassnahmen» wolle er sich einsetzen, heisst es in der Mitteilung.

«Keinen Kahlschlag»

Gleichzeitig möchte er aber «keinen Kahlschlag bei den Angeboten des öffentlichen Lebens». Köniz sei reich an kulturellem Leben und biete eine grosse Vielfalt an Sport- und Freizeitmöglichkeiten. «Damit dies so bleibt, sollen öffentliche Institutionen wie die Badi Weyermatt, die Bibliotheken und die Musikschule nicht infrage gestellt werden.»

Die grosse Herausforderung der nächsten Jahre dürfte sein, die Könizer von einer Steuererhöhung zu überzeugen. Letztes Jahr sprachen sie sich an der Urne deutlich gegen die Massnahme ausobwohl Gemeinderat und Parlament dafür waren.

«Es wurde zu wenig gemacht, um der Bevölkerung die Notwendigkeit einer Steuererhöhung zu erklären.»

Thomas Brönnimann, Könizer Gemeinderat

«Es wurde zu wenig gemacht, um der Bevölkerung die Notwendigkeit einer Steuererhöhung zu erklären», so Brönnimanns versteckte Kritik an die amtierende Gemeindepräsidentin und Finanzvorsteherin Annemarie Berlinger. Er selber traue sich zu, den Leuten die Dringlichkeit vermitteln zu können.

Helfen soll ihm dabei seine Erfahrung. Seit bald zwei Legislaturenalso fast acht Jahrensitzt Thomas Brönnimann im Könizer Gemeinderat. Nach vier Jahren in der Bildungsdirektion steht er nun der Direktion für Sicherheit und Liegenschaften vor. «Dass ich bereits verschiedene Einblicke in die Verwaltung hatte, ist ein Vorteil», sagt er selbstbewusst.

Nach vier Jahren wäre Schluss

Brönnimanns Erfahrung hat aber auch eine Kehrseite: In Köniz gilt für den Gemeinderat eine Amtszeitbeschränkung von 12 Jahren. Wer nach acht Jahren in der Exekutive neu Gemeindepräsident wird, darf zwar im Prinzip eine Zusatzlegislatur anhängen und damit total 16 Jahre lang in der Regierung sitzen.

Für Brönnimann, der sich selber immer für die 12-Jahres-Grenze auf allen Ebenen ausgesprochen hatte, käme dies jedoch nicht infrage. Als «Anhänger des Rotationsprinzips» würde er nach vier Jahren als Gemeindepräsident freiwillig abtreten.

Die Könizer Gemeindewahlen finden im September 2021 statt. Nebst dem fünfköpfigen vollamtlichen Gemeinderat werden auch die 40 Mitglieder des Parlaments gewählt.

3 Kommentare
    Christan

    Dazu braucht es einen Leistungsausweis und nicht nur grosse Worte und heisse Luft.