Schweizer Gamestudio überzeugt in Hollywood

Das Zürcher Gamestudio Gbanga hat sich in einem Wettbewerb durchgesetzt und in Los Angeles ein Preisgeld von 150'000 Dollar gewonnen.

Das Entwicklerteam des Zürcher Gamestudios Gbanga hat in Hollywood ein Preisgeld von 150'000 US-Dollar gewonnen.<p class='credit'>(Bild: zvg)</p>

Das Entwicklerteam des Zürcher Gamestudios Gbanga hat in Hollywood ein Preisgeld von 150'000 US-Dollar gewonnen.

(Bild: zvg)

«Es war irgendwie surreal, als wir vom Sieg erfuhren», sagt Matthias Sala und grinst. Man denke ja nie, dass man besser als alle anderen sei, fügt der Geschäftsführer des Zürcher Gamedesignstudios Gbanga hinzu. Alle anderen – das sind rund 550 Indiegame-Entwickler aus der ganzen Welt, die an einem Wettbewerb von Universal in Hollywood teilgenommen hatten. Die Aufgabe: Ein PC-Game für eine von Universals Filmmarken wie «Zurück in die Zukunft», «Der weisse Hai» oder «Battlestar Galactica» zu entwickeln.

Sala und sein Team entschieden sich für «Voltron: Legendary Defender», eine animierte Serie, die seit 1984 existiert und von intergalaktischen Superrobotern, Helden und Bösewichten im Stil der «Transformers» handelt und deren neuste Folgen aktuell auf Netflix gezeigt werden. «Wir wollten ein Game für ein lebendiges Universum machen», sagt Sala. Für eine Welt, deren Geschichte heute noch fortgeschrieben wird.

«Jetzt oder nie»

Im März dieses Jahres reichten sie das erste Konzept ein – handeln würde es sich um ein kompetitives Multiplayergame, das auf dem Spiel «Tower Offense» von Robin Bornschein basiert; der Partner und Lead Game Designer von Gbanga hatte das Spiel ursprünglich als E-Sport-Game entwickelt. Dann ging es Schlag auf Schlag: Im Mai wurden sie bereits in die Runde der Finalisten aufgenommen. «Wir hatten nicht darauf gewartet. Wir arbeiten auch an anderen Projekten», sagt Sala. Trotzdem reisten sie nach Los Angeles zu einem Treffen mit anderen Finalisten, erhielten Feedback von Universal Studios und lernten die Produzentin der Netflix-Serie kennen. Ihnen wurde bewusst: «jetzt oder nie».

Ausschnitt aus dem Spiel: «Voltron: Cubes of Olkarion». Bild: Unity

Kurzerhand wurde das gesamte, 14-köpfige Gbanga-Team zusammengezogen. Eineinhalb Monate arbeitete es ausschliesslich am «Voltron»-Game. «Wir stellten einen sogenannten ‹Vertical Slice› her», sagt Robin Bornschein. Sprich, das Team entwickelte einen kleinen Ausschnitt des Spiels, polierten diesen aber bis zur Perfektion, sodass ein möglichst guter Eindruck entstand. «Wir erweiterten das Universum mit einer eigens entworfenen Geschichte, die mit der Spielmechanik Sinn macht», sagt er. Sie orientierten sich aber an der Originalhandlung, um möglichst alle «Voltron»-Fans anzusprechen. Der Druck war hoch, denn immerhin ging es um Hollywood. Im September wurde das Spiel eingereicht.

Und dann kam die Nachricht: Das Team hatte sich gegen alle Finalisten durchgesetzt. 150'000 US-Dollar Preisgeld war ihm damit sicher. In der Nacht auf heute hat das Team den Preis in Los Angeles entgegengenommen. Noch ist aber offen, wie es genau weitergeht. Geplant sei zwar, das Spiel fertig zu entwickeln. Doch wann und unter welchen Bedingungen es erscheint, ist noch unklar. Wichtig für das Gbanga-Team ist vorerst vor allem, sich weltweit durchgesetzt zu haben.

Übernommen von 20 Minuten.

Tages-Anzeiger

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