Es bleibt genug Platz für die Fussballer

Huttwil

In Sachen Schwimmbad treiben der Huttwiler Gemeinderat und der Campus Perspektiven ihre Arbeiten für die Urnenabstimmung voran. Der Zeitplan ist straff.

Ob weiter im Krummacker (Bild) ins Wasser gesprungen wird oder im Campus Perspektiven, entscheiden die Huttwiler im Februar 2020.

Ob weiter im Krummacker (Bild) ins Wasser gesprungen wird oder im Campus Perspektiven, entscheiden die Huttwiler im Februar 2020.

(Bild: top)

LinkMüssen die Fussballer im Campus Perspektiven den Gürtel bald enger schnallen? Nein, betont Co-Geschäftsführer Lukas Zürcher. «Wir besitzen drei Rasenfelder.» Zwei liegen zwischen der Eishalle und den Unterkünften, eines auf der Leichtathletikanlage. «Zwei decken unsere Bedürfnisse ab.»

Deshalb baute der Campus bei den Unterkünften bereits eine zusätzliche Kugelstossanlage und ein Beachvolleyballfeld. Seither, so Zürcher, genüge dieses Feld für Meisterschaftsspiele ohnehin nicht mehr. Dort soll deshalb künftig geschwommen und vom Fünfmeterturm gesprungen werden, so wie es Zürcher in einer Kolumne geträumt hatte.

Ob es so weit kommt, werden die Stimmberechtigten von Huttwil am 9. Februar 2020 an der Urne entscheiden. Denn an der letzten Gemeindeversammlung entschieden sie, dass bis dann nicht nur die Gemeinde ihr Sanierungsprojekt für den Krummacker ausarbeiten soll. Sondern dass auch der Campus Perspektiven einen Alternativvorschlag unterbreiten können soll.

Priorität Altlasten

Inzwischen haben beide Seiten ihre Arbeiten aufgenommen. Nun informierten sie über den Stand der Dinge. Für den Campus haben dabei die Abklärungen über allfällige Altlasten auf dem Gelände erste Priorität. Eine Spezialfirma wird die vorhandenen Unterlagen konsultieren, Befragungen durchführen sowie Sondierungen und Baggerschlitze vornehmen. Diese Abklärungen seien im ureigenen Interesse des Campus, räumt Co-Geschäftsleiter Lukas Zürcher ein, unabhängig vom Projekt Schwimmbad.

Neben diesen Abklärungen hat der Campus bereits im Februar zwei Firmen mit einem Vorprojekt beauftragt. Es sind dies die Crevalor Immobilien AG aus Bern und die Viktor Burri Architekten aus Thun.

Was auffällt: Beim Sanierungsprojekt für den Krummacker zog die Gemeinde das Architekturbüro Urs Köpfli aus Wolhusen bei, einen Spezialisten für Schwimmbäder. Bei den beiden Auftragnehmern des Campus ist das nicht der Fall. In ihren vielfältigen Referenzlisten figuriert kein einziges Schwimmbad.

Lukas Zürcher begründet die Wahl des Campus wie folgt: Die Crevalor Immobilien AG sei mit den Verhältnissen des Campus Perspektiven vertraut, und beide Projektpartner verfügten über einen umfassenden Leistungsausweis und eine breite Expertise. Die Zusammenarbeit zwischen der Crevalor und dem Architekten sei zudem in früheren Projekten sehr erfolgreich gewesen.

Ausserdem garantiere das vorhandene Vertrauen für den Campus, dass Reibungsflächen vermieden werden könnten.«Diese können wir uns nicht leisten, weil der Zeitrahmen sehr sportlich ist.»

Wie sportlich, das hatte der Gemeinderat bereits vor einem Monat aufgezeigt, als er über seine Klausursitzung informierte: Bereits am 24. Juni will er sich über den Stand der Planung informieren lassen – und im Gegenzug seine Karten gegenüber dem Campus offenlegen. Bis heute hat er den Verantwortlichen zudem seine Unterlagen ausgehändigt, wie Vizegemeindepräsident Marcel Sommer betont.

Denn nur so könnten der Urnengemeinde wirklich vergleichbare Basisangebote unterbreitet werden, wobei es beiden Seiten möglich sei, weitere Elemente hinzuzufügen. «Von dieser Möglichkeit werden wir Gebrauch machen», verspricht Lukas Zürcher.

Am 4. Oktober will der Gemeinderat dann im Besitz der Projektunterlagen sein, damit den Stimmberechtigten die vorunterschriebenen Verträge vorgelegt werden können. Während der Gemeinderat im Krummacker selbst bauen will, will er mit dem Campus einen Vertrag für die von der Gemeinde bezogenen Leistungen abschliessen, der ihr auch die nötigen Sicherheiten bietet.

Anders als der Campus besitzt die Gemeinde für den Krummacker bereits ein Vorprojekt, das zudem die Wünsche der Bevölkerung aus einer Mitwirkung einbezieht. Allerdings gibt es auch dort noch einiges zu tun, wie der Gemeinderat festhält. So will er den Stimmberechtigten aufzeigen, mit welchen Kosten bei einem Rückbau des bestehenden Schwimmbades zu rechnen wäre, falls im Campus gebaut wird.

Businessplan erstellen

Im Krummacker baut die Gemeinde selbst. Betrieben wird das Bad jedoch durch den Schwimmbadverein mit einem Leistungsvertrag. Diesen hat der Verein kürzlich gekündigt. Der Gemeinderat will deshalb für den Krummacker einen Businessplan erarbeiten lassen, der unter anderem auch aufzeigt, welche Kosten der Betrieb verursacht, wenn nicht mehr im bisherigen Ausmass auf Freiwilligenarbeit zurückgegriffen werden kann.

Diese Grundlage zu erarbeiten, wird unter anderem Aufgabe eines Fachausschusses sein, den der Gemeinderat eingesetzt hat. Geleitet wird er von Architekt André Schärer. Die Spezialbaukommission leitet Gemeindepräsident Walter Rohrbach, die operative Geschäftsleitung übernimmt Gemeindegeschäftsleiter Martin Jampen.

Diese Engagements bedeuteten allerdings nicht, dass der Gemeinderat bereits heute voll auf die Variante Krummacker setze, hält Vizegemeindepräsident Marcel Sommer fest. Vielmehr lägen Planungen per se im Zuständigkeitsbereich des Gemeindeoberhauptes. Dem Vizepräsidenten wies der Gemeinderat die Aufgabe des Vermittlers zu.

Er leitet zum Beispiel die gemeinsamen Sitzungen. Dieser zeigt sich überzeugt, dass mit dieser Aufgabenteilung der Volksauftrag erfüllt werden könne, beide Varianten gleichwertig zu behandeln. Und auch Lukas Zürcher bezeichnet die Zusammenarbeit inzwischen als «funktional», spricht davon, dass nun beide Seiten ungehindert nebeneinander arbeiten könnten.

Langenthaler Tagblatt

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