Zentralem Gebäude steht Wandel bevor

Langenthal

Das Wohn- und Geschäftshaus bei der Löwenbrücke soll für rund 1,35 Millionen Franken verkauft werden. Derweil wird die Uhrenbijouterie Häny im Erdgeschoss mittelfristig schliessen.

Denkmalgeschützt ist nur das niedrigere Gebäude (links). Im Gegensatz zum Haus mit der Uhrenbijouterie soll es nicht verkauft werden.

Denkmalgeschützt ist nur das niedrigere Gebäude (links). Im Gegensatz zum Haus mit der Uhrenbijouterie soll es nicht verkauft werden.

(Bild: Thomas Peter)

Patrick Jordi@jordipatrick

Ein Plakat an der Hausfassade und eine Anzeige im Internet machen es deutlich: Die Wohn- und Geschäftsliegenschaft an der Farbgasse 24 soll verkauft werden. Im Onlineinserat ist ein Verkaufspreis von etwas mehr als 1,35 Millionen Franken angegeben. Das Eckhaus liegt an der Einfallachse zum Markthallenplatz – mitten im Stadtzentrum also, direkt bei der Löwenbrücke.

Zweiteilige Häuserzeile

Es handelt sich um eine zusammengebaute Liegenschaft. Nicht zum Verkauf steht der dem Stadthof zugewandte Gebäudeteil, in welchem im Erdgeschoss derzeit das Immobilienbüro Remax beheimatet ist (Farbgasse 22). Die derzeitigen Besitzer der Liegenschaft Farbgasse 24 sind Roland Häny und dessen Schwester. Er betreibt im Erdgeschoss in der fünften Generation ein Uhren- und Schmuckgeschäft. Dieses existiert an diesem Standort seit 1914.

Roland Häny und Ehefrau Claudia sind indes seit 1994 am Ruder. Sie haben das Geschäft von Hänys Vater übernommen. Die Familie bewohnt derzeit das zweite Obergeschoss des Hauses. Die Liegenschaft haben der Bijoutier und dessen Schwester geerbt. Der Verkauf sei ein gemeinsam gefällter Entscheid, sagt er.

Einer, der mittelfristig auch Auswirkungen auf die Uhrenbijouterie haben dürfte. Denn Häny treibt derzeit vordergründig eine Frage um: In welcher Form kann das Geschäft weiter bestehen? Aus wirtschaftlichen Gründen stehen ohnehin Veränderungen ins Haus. Der Bijoutier hat berufliche Pläne, die allerdings noch nicht spruchreif sind. Er lässt jedoch durchblicken, dass der Laden über kurz oder lang geschlossen wird. Frühestens ab Mitte Oktober ist ein Ausverkauf geplant.

Sanieren im Wohnbereich

Das zweite Geschäft im Haus ist der Laden von Copy Quick. Nebst den beiden Ladenlokalen beinhaltet das Kaufobjekt vier Wohnungen mit unterschiedlichem Ausbaustandard. Um als Wohnfläche genutzt werden zu können, wären insbesondere im Dachgeschoss noch bauliche Massnahmen angezeigt.

Erbaut wurde das Gebäude 1870. Es wurde laufend renoviert. Ein gewisser Sanierungsbedarf sei zwar da, sagt Roland Häny. Man könne aber etwas daraus machen. Das Grundstück zwischen der Löwenbrücke und dem Sagibach-Neubau (mit dem Wasserrad) umfasst gemäss dem Onlinebeschrieb 287 Quadratmeter. Die Wohnfläche wird mit 450 Quadratmetern angegeben.

Nur der eine Teil ist geschützt

Streng genommen mutet nur der vordere Bereich der Gebäudezeile (Farbgasse 22) historisch an. Dieses Wohn- und Geschäftshaus wurde bereits um 1820 erbaut. So wird auch nur dieser Teil im Bauinventar der kantonalen Denkmalpflege geführt. Das Objekt wird beschrieben als «behäbiger, verputzter Riegbau unter geknicktem Walmdach» mit einem «markanten Bauvolumen an der mittleren Farbgasse».

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