Oldtimer-Flugzeug bleibt in Thun

THun

Während des Bückertreffens in Thun im letzten Herbst musste ein Oldtimer-Pilot wegen einer Störung notlanden. Das zuständige Amt hat nun einen Bericht dazu veröffentlicht.

Kaputte Kurbelwelle: Die Dewoitine bleibt vorläufig in Thun.

Kaputte Kurbelwelle: Die Dewoitine bleibt vorläufig in Thun.

(Bild: PD)

Es geschah bei einem Rundflug anlässlich des Bückertreffens in Thun: Am 1. September musste der Pilot eines ehemaligen militärischen Trainingsflugzeugs des Typs Dewoitine D26 aus Grenchen seinen Flug frühzeitig abbrechen, weil er plötzlich un­typische Vibrationen spürte. Am nächsten Tag wurde vom Unterhaltsbetrieb ein tiefer Riss an der Kurbelwelle festgestellt, einem Teil beim Propeller der Maschine. Eine weitere Demontage führte sogar zum Zerbrechen der Kurbelwelle.

Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) hat nun einen Bericht zu dem Vorfall veröffentlicht. Dieser besagt, dass die Wahrscheinlichkeit eines Triebwerkausfalls aufgrund der stark beschädigten Kurbelwelle sehr hoch gewesen sei und der Pilot deshalb sicherheitsbewusst gehandelt habe.

Schwierige Reparatur

«So ein Schaden kommt äusserst selten vor», sagt Peter Brotschi, Präsident des historischen Luftfahrtvereins Hangar 31 aus Grenchen. «Wir setzen als Besitzer des Flugzeugs alles daran, dass die Dewoitine bald wieder fliegen kann. Versprechen kann man jedoch noch nichts.» Es sei nämlich sehr schwierig, Ersatzteile für Oldtimer-Flugzeuge zu finden. «Die neue Kurbelwelle müsste von einem gleichen Motor kommen, deshalb beschränken wir uns bei der Suche nicht nur auf die Schweiz», sagt Brotschi. Werde kein Ersatzteil gefunden, könnte die Reparatur des in Thun hergestellten Oldtimers für den Verein sehr teuer werden.

«Würden wir die Kurbelwelle herstellen lassen, müssten wir mit Kosten um die 30000 Franken rechnen.»

Flugzeug noch immer hier

Momentan steht die Dewoitine namens Stadt Grenchen noch in Thun. «Wir sind der Fluggruppe Thun sehr dankbar, dass wir unsere Dewoitine über den Winter in ihrem Hangar unterbringen durften», sagt Peter Brotschi. «Wir klären jetzt ab, wie es mit der Dewoitine weitergehen soll.» Am einfachsten sei es, wenn die Maschine in Thun wieder flugfähig gemacht werden könnte. Ansonsten müsse der Rumpf von den Flügeln getrennt und mithilfe eines Lastwagens nach Grenchen gebracht werden.

Verspätete Meldung

Dank der schnellen Reaktion des Piloten konnte am 1. September ein schlimmerer Unfall verhindert werden. Als einziger Mangel sieht die Sust lediglich die verspätete Meldung des Vorfalls. «Es war eine vorsorgliche Landung nach einer Motorenstörung. Da niemand dabei zu Schaden kam, wollten wir deshalb zuerst abklären, weshalb es zu der Störung am Motor gekommen war», erklärt Brotschi.

Zeitzeugen erhalten

«Historische Flugzeuge sind Zeitzeugen, die auch als solche erhalten bleiben sollen. Wir wollen nicht, dass dieser Wert verloren geht. Ein Flugzeug geht nie in die Luft, wenn es nicht flugtüchtig ist», sagt Brotschi. Hätte man vom Defekt gewusst, wäre die Dewoitine nicht geflogen. «Wann die Dewoitine wieder fliegen kann, bleibt deshalb noch offen.»

Thuner Tagblatt

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