Drei unbekannte Frühwerke von Franz Gertsch entdeckt

Überraschender Fund in der Berner Altstadt: Beim Umbau eines Kirchgemeindehauses sind drei Frühwerke des Schweizer Malers Franz Gertsch zum Vorschein gekommen.

Die drei unverhofft aufgetauchten Gertsch-Werke.

Die drei unverhofft aufgetauchten Gertsch-Werke.

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Letzten Sommer sind in der Berner Altstadt drei Bilder von Franz Gertsch aufgetaucht. Beim Umbau des Nydeggsaals, der zur Kirche nebenan gehört, kamen sie zum Vorschein: Ein Sämann mit Pferden, ein Querflötist und ein Paar mit Sonnenblume und Geige. Hinter einer Gipswand waren sie verborgen.

Zuerst berichtete «Journal B», einen «Sensationsfund» vermeldete später das Nachrichtenportal «nau.ch». «Der Bund» ordnete die Geschichte grossflächig ein. Gertsch, der dieses Jahr seinen 89. Geburtstag feiert, wohnte in den frühen 1960er-Jahren gegenüber am Nydeggstalden und erhielt den Auftrag, fürs Altersheim erbauliche Kunst zu malen.

Gleich drei Bilder eines grossen, hiesigen, zeitgenössischen Künstlers aufgetaucht. Wow. Grosse Euphorie? Nicht bei allen, schon gar nicht bei den Beteiligten. Die Kirchgemeinde Nydegg als unverhoffte Besitzerin stellt die Werke nun eher widerwillig dauerhaft am Fundort aus. Sie hätte die Wand lieber für Film-Projektionen genutzt.

Und der Künstler interessiert sich schon gar nicht für seine frühen Werke, in denen man so gar nicht den Gertsch sieht, wie man ihn heute kennt mit seinen riesigen fotorealistischen Bildern. Der Künstler hat die meisten seiner vor 1969 gemalten Bilder für ungültig erklärt. Und wir? Wir sehen, naja, drei Bilder, wie sie in einem Altersheim oder in einem Kirchgemeindehaus so hängen.

mfe

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