SCL Tigers: Unproduktiv und undiszipliniert

Unter Trainer Scott Beattie schiessen die SCL Tigers gerade mal ein Tor pro Spiel. Im dritten Playout-Vergleich mit Biel lautete das Schussverhältnis 15:51. «Wir waren nicht bereit. Dafür trage ich die Schuld», meinte der Italokanadier.

Tigers-Coach Scott Beattie.

Tigers-Coach Scott Beattie.

(Bild: Keystone)

Philipp Rindlisbacher

Die Bieler Fans feierten ihn, die Fernsehreporter betitelten ihn als Mann des Spiels. Doch bei allem Respekt vor der Leistung ­Lukas Meilis – über sich hinauswachsen brauchte der Bieler Goalie am Donnerstag gewiss nicht, um ohne Gegentreffer zu bleiben. Verlegen meinte der Zürcher, es sei für ihn ein einfaches Spiel gewesen. «Langnau hat mir geholfen, den Shutout zu realisieren.»

Meili wollte mit diesen Worten freilich nicht provozieren, nein, er sagte nur die Wahrheit. Er war beim 3:0-Sieg fast schon krass unterbeschäftigt gewesen, hatte nur 15 Schüsse zu parieren gehabt. Die Seeländer ihrerseits kamen zu 51 Abschlüssen. «Wir kreierten überhaupt nichts», hielt Tigers-Coach Scott Beattie fest. Am Ende resultierte keine Handvoll guter Chancen. Symptomatisch war die Szene in der 46. Minute, als Thomas Nüssli freistehend vor Meili in Scheibenbesitz kam, jedoch stolperte.

«Trage die Schuld dafür»

Mit grimmiger Miene, aber durchaus prägnant gab Beattie Auskunft. In Ausreden flüchtete er nicht, meinte, die Mannschaft sei schlicht und einfach nicht bereit gewesen. «Dafür trage ich die Schuld, denn ich bin für die Vorbereitung verantwortlich.» Eine Erklärung für den vor allem offensiv ungenügenden Auftritt aber konnten weder Coach noch Spieler liefern. Seit Beattie an der Bande steht, haben die Tigers in fünf Partien lediglich fünf Tore erzielt.

«Wir schiessen zu wenig, spielen oft zu kompliziert. Im Playout kann das nicht gut gehen», resümierte Jewgeni Schirjajew. Der Angreifer erwähnte die spürbare Verkrampfung und sagte, das Team sei gar nicht richtig anwesend gewesen. «Kein Feldspieler hat seinen Job erfüllt.» Lichtblicke gab es in der Tat sehr wenige; Chris DiDomenico kämpfte zwar einmal mehr leidenschaftlich, doch auch der Topskorer hat Ladehemmungen. Letztmals hat er vor einem Monat getroffen.

«Zu viele Passagiere»

Vorne harmlos, hinten disziplinlos – so lässt sich der Tigers-Auftritt im dritten Playout-Spiel zusammenfassen. Neun kleine Strafen wurden gegen die Emmentaler ausgesprochen, deren vier wegen Stockschlag. Gleich mehrere Akteure hielten sich nicht an die taktischen Vorgaben, was Coach Beattie auf die Palme brachte. «In diesem Spiel gab es bei uns zu viele Passagiere im Team, aber kaum einen Piloten oder Lokführer, der Verantwortung übernahm.»

Der dritte Bieler Treffer (43.) durch Robbie Earl fiel denn auch im Powerplay, Kévin Hecquefeuille sass auf der Strafbank. Der Franzose ist nicht in Form, um seinen Stammplatz aber muss er nicht fürchten – Langnau stehen nur vier gesunde Ausländer zur Verfügung. Angesichts des Abgangs von Rotislav Olesz Anfang Januar überrascht es doch ziemlich, vergab der Aufsteiger seine achte Ausländerlizenz nicht.

Bei aller Kritik aber bleibt festzuhalten, dass es in der Serie erst 1:2 steht, die Tigers-Chancen zur vorzeitigen Sicherung des Ligaerhalts intakt sind. «Panik wäre fehl am Platz», meinte Beattie, «und ich verspreche, dass sich der Bieler Goalie am Samstag wird anstrengen ­müssen.»

Berner Zeitung

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