Stadtberner sollen 19 Millionen für Stadttheater-Sanierung sprechen

Bern

Die Stadtberner Stimmberechtigten stellen die Weichen: Sagen sie am 24. November Ja zur Sanierung des Stadttheaters, rückt die Rundum-Erneuerung des Hauses deutlich näher.

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Sagen die Stadtberner Nein zu den Sanierungsplänen, stehen Stadt, Region und Kanton Bern vor einem Scherbenhaufen. Der Stadtberner Souverän soll einen Anteil von 19 Millionen Franken an den Gesamtkosten von 45 Millionen Franken gutheissen. Wenige Tage danach wird sich entscheiden, ob der Kanton weitere 21 Millionen beisteuert - darüber entscheidet der Grosse Rat.

wie viel Geld letztlich für die Sanierung bereitstehen wird, ist offen. Denn längst ist klar, dass die 76 Regionsgemeinden weniger als die erhofften 5 Millionen Franken zahlen werden: Eine Reihe zumeist kleiner ländlicher Gemeinden hat sich gegen eine Beteiligung an der Sanierung ausgesprochen.

Einen Trumpf haben die Verantwortlichen noch in der Hinterhand: Im Dezember entscheiden die Stimmberechtigten der Burgergemeinde über einen 5-Millionen-Zuschuss an die Sanierung. Allerdings wollen die Burger nicht einfach für zahlungsunwillige Dörfer in die Bresche springen, sondern einen «sichtbaren Mehrwert» für ihr Geld sehen.

Bessere Technik, mehr Sicherheit und Komfort

Das Theater am Kornhausplatz wurde um 1900 gebaut und letztmals zu Beginn der 1980er-Jahre saniert. Nun soll das Haus in punkto Technik und Sicherheit auf Vordermann gebracht, die Garderoben und Proberäume renoviert und der gesamte Zuschauerbereich modernisiert werden.

Bequemere Plätze mit besserer Sicht auf die Bühne sind beispielsweise geplant, zudem soll die Pausenverpflegung publikumsfreundlicher werden. Die Theaterkasse möchte man neu ins Hauptgebäude integrieren.

«Politischer Preis»

Der Stadtrat stellte sich mit 59 zu 5 Stimmen bei 11 Enthaltungen hinter das Geschäft. Die Gegner stellten nicht die Sanierung an sich in Frage. Sie störten sich aber daran, dass zuerst ein Kostendach festgelegt und erst danach das Ausmass der Sanierung bestimmt wurde.

Wünschbar sei vieles, doch nicht alles sei politisch machbar, entgegnete Stadtpräsident Alexander Tschäppät im Rat. Er habe sich mit Regierungsrat Bernhard Pulver und Regionsvertreter Thomas Hanke auf 45 Mio Franken geeinigt, «weil man fand, das könne man in finanziell schwierigen Jahren gerade noch verantworten».

Für Unruhe sorgte im Vorfeld der Parlamentsdebatte ein im zuständigen Ingenieurbüro entstandenes Arbeitspapier, das den Weg in die Medien fand und Fragen zum ehrgeizigen Zeitplan der Sanierung sowie zum Kostenrahmen aufwarf. Dem Stadtpräsidenten gelang es, die Zweifel im Stadtrat einigermassen zu zerstreuen.

Über 80 Entscheide für eine Sanierung

Am Ende der Planungsphase werden sich mehr als 80 Entscheidgremien im Kanton, in der Region und in der Stadt Bern mit der Sanierung des Stadttheaters befasst haben. Anschliessend wird der Lenkungsausschuss mit Pulver, Tschäppät und Hanke über das weitere Vorgehen beraten.

Aufgrund fehlender Regionsgelder werde es Verzichtsplanungen geben müssen, kündigte Tschäppät bereits im vergangenen August an. «Das bedeutet aber nicht, dass man ganze Teile weglassen möchte, sondern dass man die Pläne hinsichtlich anderer, günstigerer Lösungen überdenkt.»

Die Arbeiten selber sollen in zwei Etappen vorgenommen werden, in den spielfreien Sommermonaten der Jahre 2014 und 2015. Anschliessend soll das neubarocke Haus in neuem Glanz erstrahlen.

Rotes Budget

Den Stadtberner Stimmberechtigten entscheiden am 24. November auch über das Budget fürs kommende Jahr. Bei einem Aufwand von gut 1,1 Milliarden Franken sieht der Voranschlag ein Defizit von 1,7 Millionen Franken vor.

Der Gemeinderat hatte ein ausgeglichenes Budget vorgelegt. Die rot-grüne Parlamentsmehrheit mochte aber die Sparschraube nicht ganz so stark anziehen.

dln/sda

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