Nach der Oscar-Nacht bleibt «das gute Gefühl»

Ferenbalm-Gurbrü

Den Oscar hat «La femme et le TGV» zwar verpasst, doch für TGV-Frau Sonja Schmid geht die Geschichte weiter. Im März wird sie dabei sein, wenn der Schweizer Filmpreis verliehen wird.

Sonja Schmid vor dem Plakat zum Film, der ihre Geschichte erzählt.

Sonja Schmid vor dem Plakat zum Film, der ihre Geschichte erzählt.

(Bild: Urs Baumann)

Stephan Künzi

Sonja Schmid tönte am Montagmorgen schon wieder erstaunlich munter. Das war alles andere als selbstverständlich nach der langen Nacht, die sie hinter sich hatte: Im kleinen Kreis fieberte die 53-Jährige aus Ferenbalm-Gurbrü vor dem Fernseher mit, als im fernen Los Angeles Oscar um Oscar verliehen wurde.

Zu den Anwärtern auf die Auszeichnung gehörte auch «La femme et le TGV» des Zürcher Regisseurs Timo von Gunten. Der Film handelt von einer Frau, die Tag für Tag am Fenster dem vorbeifahrenden TGV zuwinkt. Er erzählt eigentlich aus Sonja Schmids Leben.

Für die Nacht im kleinen Haus an der BLS-Linie nach Neuenburg hatte sich kurzfristig gar ein Filmteam des Schweizer Fern­sehens angemeldet. Der Sender wollte dokumentieren, wie Sonja Schmid den grossen Moment erlebt. Die Bilder sollten tags darauf seine Oscarberichterstattung anreichern.

Ins rechte Licht gerückt

Gereicht für den weltweit wichtigsten Filmpreis hat es nun aber doch nicht. Zuerst sei die Enttäuschung sicher da gewesen, blickte Sonja Schmid am Montag auf den Moment zurück, als nicht «La Femme et le TGV» aus der Schweiz, sondern «Sing» aus Ungarn als bester Kurzfilm ausgerufen wurde. Zumal die Anspannung in den Stunden vor dem grossen Event riesig gewesen war, und Schmid kaum mehr zur Ruhe gekommen war.

Aber: Nur ein paar wenige Augenblicke später habe sie die Sache für sich wieder ins rechte Licht rücken können. «Alleine schon die Tatsache, dass ‹La Femme et le TGV› die Nomination für einen Oscar geschafft hat, ist ein Riesenerfolg.» So äusserten sich auch die Bekannten, die sich nach der Oscarnacht zahlreich bei ihr meldeten.

Die Geschichte von Sonja Schmid und dem TGV-Film, die vor drei Jahren mit einem Artikel in dieser Zeitung angefangen hat, ist ja längst nicht zu Ende: Im März wird sie dabei sein, wenn in Genf der Schweizer Filmpreis verliehen wird. «La femme et le TGV» hat auch Chancen, diese Auszeichnung zu gewinnen. Am letzten Wochenende konnte Schmid als offizielle Vertreterin von Regisseur von Gunten die Nominationsurkunde dafür in Empfang nehmen.

Auf das Ereignis angestossen

Auch wenn «La femme et le TGV» bei den Oscars leer ausgegangen ist: Für Sonja Schmid bleibt «ein gutes Gefühl» zurück. «Wir haben auch so auf das Ereignis angestossen.»

Berner Zeitung

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