Die Sporthalle biegt auf die Zielgerade ein

Hindelbank

Der Erweiterungsbau von Turnhalle und Aula in Hindelbank nimmt endlich konkrete Formen an. Bis zum Baubeginn im Herbst muss allerdings noch ein Provisorium bewilligt und hingestellt werden.

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Schulhausweg 8, Parzelle Nr. 146, Zone für öffentliche Nutzung E. Der in der Baupublikation beschriebene Standort gibt bereits deutliche Hinweise: Was hier im Ortskern von Hindelbank gebaut wird, ist kein normales Objekt. Die Einwohnergemeinde will die bestehende Turnhalle zu einer Doppelturnhalle ausbauen und die Aula wesentlich vergrössern.

Nach einem langen Leidensweg (siehe Kasten) ist das Vorhaben endlich spruchreif. Die Pläne liegen in der Bauverwaltung auf, allfällige Einsprachen sind bis 17. Mai an das Regierungsstatthalteramt zu richten. Allerdings rechnet Bauverwalter Christian Rebsamen nicht mit Widerstand: «Das Bauvorhaben entspricht nun absolut den Vorschriften, nachdem das Baureglement noch leicht angepasst worden ist.»

Konkret: Der bisher in der fraglichen Bauzone E aufgeführte Hinweis auf das «Ortsgestaltungsgebiet» mit entsprechenden Vorschriften für die Dächer wurde jetzt durch die Formulierung ersetzt, die Dachgestaltung sei «frei wählbar.» Also ist das für den Erweiterungsbau vorgesehene Flachdach nun zonenkonform, was das kantonale Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) am vergangenen 7. März offiziell bestätigte – nach dreimonatiger Prüfung...

Anschluss an Wärmeverbund

Die Gemeindebehörden liessen ihrerseits keine zeitliche Verzögerung des Millionenprojektes mehr zu. Gleich nach der sehr deutlichen Zustimmung durch die Gemeindeversammlung am vergangenen 1. Dezember wurden die Pläne für das Baugesuch aufbereitet. Demnach ist jetzt klar:

Die bestehende Turnhalle wird auf derselben Ebene zu einer Doppelturnhalle erweitert. Durch das Versenken in den Boden gewinnt der Baukörper an Eleganz und wirkt weniger mächtig.

Die ganze, auf 34 mal 29 Meter dimensionierte Halle lässt sich mit einer, nach oben faltbaren Trennwand unterteilen. An den Decken werden je vier Kletterstangen, sechs Schaukelringe und ein Rollsteckreck montiert, am Boden sind die normalen Sporthallen-Markierungen vorgesehen.

Im Keller des bestehenden Anbaus entsteht ein grosszügiger Geräteraum, da die Heizöltanks verschwinden: Die ganze Anlage wird, wie weite Teile des ganzen Dorfes, an den Wärmeverbund angeschlossen, der die Abwärme des Schmutzwassers der ARA Holzmühle nutzt.

In einem Zwischengeschoss sind die Garderoben, Duschen und Technikräume vorgesehen. Im Erdgeschoss des Anbaus wird die Schulküche eingebaut, von einem Balkon aus lässt sich das Geschehen in den Turnhallen verfolgen.

Die schon bestehende Aula im Obergeschoss wird praktisch um das Doppelte vergrössert, indem die Bühne im Raum verlegt und um eine Künstlergarderobe ergänzt wird.

Alle Stockwerke werden zudem mit einem Lift rollstuhltauglich erschlossen werden, und der ganze Gebäudekomplex wird dem Minergiestandard ent­sprechen.

Die reinen Baukosten werden auf rund 8 Millionen Franken budgetiert, die gesamten, von der Gemeindeversammlung bewilligte Bausumme beträgt 9,7 Millionen Franken. Darin enthalten ist auch ein Kredit für das Provisorium: Während rund acht bis neun Monaten der Bauphase wird auf dem heutigen Aussensportplatz ein massiver Zeltbau errichtet, damit ein Turn- und Sportbetrieb auch im Winter stattfinden kann. Dazu wird zudem eine Containeranlage für Garderoben, Toiletten und Duschen hingestellt. Auch für das Provisorium ist eine Baubewilligung erforderlich, das entsprechende Gesuch ist beim Regierungsstatthalter deponiert.

Am Zeitplan für das ganze Bauvorhaben hat sich kaum etwas geändert: Nach den Herbstferien soll, hofft die Gemeindebehörde, das Provisorium bezugsbereit sein. Für die ganze Bauphase rechnet die Gemeindebehörde mit einem Jahr, sodass der Erweiterungsbau im Herbst 2017 bezogen werden könnte.

Finanziell tragbar

Die Summe von 9,7 Millionen und die jährlichen Betriebskosten von 700'000 Franken sind, so der bisherige Planungsstand, wie an der Gemeindeversammlung kommuniziert für die Gemeinde tragbar. Jedenfalls sei in Sachen Steuererhöhung, bestätigt Gemeinderatspräsident Daniel Wenger, «im Moment nichts geplant». Einen Rückschlag musste das ganze Projekt dennoch hinnehmen: Bäriswil ist inzwischen aus dem Oberstufenverband ausgetreten und wechselte zu Schönbühl. Mit Krauchthal, das sich ebenfalls eine Abspaltung überlegt, ist man hingegen laut Wenger nach wie vor in Verhand­lungen.

Berner Zeitung

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