Kritik am Vorgehen

Unterseen

Nach einem Wassereinbruch an Weihnachten löste der Gemeinderat kurzfristig Sanierungsarbeiten aus. Das sei nicht optimal gewesen, heisst es nun.

In das Unterstufenschulhaus der Schulanlage Steindler drang Wasser ein.<p class='credit'>(Bild: Fritz Lehmann)</p>

In das Unterstufenschulhaus der Schulanlage Steindler drang Wasser ein.

(Bild: Fritz Lehmann)

Grundwasser drang vor den Weihnachten in das Unterstufenschulhaus der Schulanlage Steindler ein. «Bei den sofort eingeleiteten Massnahmen wurde festgestellt, dass ein Grossteil der Bauabdichtungen nicht mehr intakt ist», schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung vom Mittwoch.

Das Oberflächenwasser drang ungehindert ins Gebäudeinnere und beschädigte die Bausubstanz. «Das Ausmass der notfallmässig in Angriff genommenen Arbeiten für die Freilegung der Dachwasserleitungen und -schächte war im Voraus nur schwer abschätzbar und gestaltete sich bis zum Schluss aufwendiger als angenommen», heisst es weiter.

Die unverzüglich in Auftrag gegebenen und bisher aufgeführten Baumeister- und Spenglerarbeiten seien grösstenteils durch Versicherungsleistungen abgedeckt. Weil man umfangreiche Erdbewegungsarbeiten bereits ausgeführt hatte, entschied man sich dafür, gleich die frei ­gelegten Fassadenteile und Betonwerke gegen Wasserdruck abzudichten und wo möglich im Hinblick auf die geplante, gebäudetechnische Sanierung des ganzen Schulhauses bereits jetzt in ­Teilbereichen zu dämmen.

Der Gemeinderat bewilligte entsprechende Arbeiten. Aus Sicherheitsgründen wurden auch die Anpassung der Geländer und das Montieren einer Stahlaussentreppe am Schulhaus beschlossen.

Versicherung zahlt mit

Das Vorgehen gab Anlass zur Selbstkritik: «Der Gemeinderat stellt rückblickend fest, dass das gewählte Vorgehen bei der Auslösung der kurzfristig notwendig gewordenen Sanierungsarbeiten nicht optimal abgelaufen ist.» Er würdige aber den Umstand, dass die Feststellung der Ursachen des plötzlichen und rasch anwachsenden Eindringens von Grundwasser unmittelbar vor den Festtagen sehr schwierig war und seitens der für die Liegenschaften zuständigen Personen rasches Handeln abverlangte.

Gemeindepräsident Jürgen Ritschard bezifferte den gesprochenen Bruttokredit auf 150'000 Franken. Von diesem Betrag würden aber noch Versicherungsleistungen abgezogen, diese seien jedoch schwer abzuschätzen.

Weitere Schäden an der Gebäudehülle (Flachdach, Einstellhalle, undichte Kanalisationsleitungen und Dachwasserfassungen etc.) erforderten in Zukunft ­zusätzliche Sanierungsmassnahmen, welche rasch aufgegleist werden müssten, der Rat werde darüber aber noch befinden.

Berner Oberländer

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