Stadtnomaden wollen ihr Chaos wegräumen

Anfang August sind die Stadtnomaden vom Berner Hirschenpark auf das Gaswerkareal umgezogen. Im Hirschenpark herrscht allerdings noch Unordnung. Nächste Woche wollen die Stadtnomaden das Gelände sauber abgeben.

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Ralph Heiniger

Anhänger mit Müll, vereinzelte Stühle, herumliegende Flaschen. Der Hirschenpark, in dem die Stadtnomaden von Mai bis Ende Juli gelebt haben, sieht noch reichlich unordentlich aus. Dabei sind die Stadtnomaden wie vorgesehen Anfang August aufs Gaswerkareal umgezogen.

«Das Gelände ist noch nicht abgegeben», sagt Stadtnomaden-Anwalt Daniel Kettiger. Bis nächste Woche wollen seine Klienten den Hirschenpark – zwischen der Tiefenau- und der Neubrückstrasse – wieder an die Stadt abgeben. Dann werde alles in Ordnung sein, so Kettiger. «Meine Klienten mussten für den Gebrauch des Hirschenparks ein Depot von 3000 Franken hinterlegen.» Sollten nun aus Sicht der Stadt nach der Abgabe Aufräumarbeiten nötig sein, werde dieses Geld dafür verwendet.

Kaputte Kupplung

Beim Versuch, einen eingesunkenen Wagen bei der Züglete aus dem Schlamm zu ziehen, sei bei einem Traktor die Kupplung kaputt gegangen, sagt Kettiger. Ersatz zu beschaffen, sei nicht ganz einfach gewesen. Dadurch habe sich alles verzögert.

Im Prinzip liegt es an den Stadtnomaden, einen Termin für die Geländeübergabe festzulegen, sagt Christoph Schärer, Leiter Stadtgrün. Da keine direkte weitere Nutzung für den Hirschpark geplant sei, habe die Stadt keinen Druck aufgesetzt. «Für uns zählt, dass bei der Abgabe alles in Ordnung ist», betont Schärer.

Flaschen vom Bierhübeli

Nicht die ganze Unordnung im Hirschenpark gehe aufs Konto der Stadtnomaden, betont Kettiger. Offenbar machen sich nämlich viele Bierhübeli-Besucher zu später Stunde einen gefährlichen Spass daraus, Gläser oder Flaschen von der Neubrückstrasse in den Hirschenpark zu werfen – auch als dieser bewohnt war.

Im letzten Herbst hat sich die Stadtberner Stimmbevölkerung klar für die Stadtnomaden und für eine Zone für experimentelles Wohnen in Riedbach ausgesprochen. Wegen Einsprachen ist diese Zone noch immer blockiert. Das kantonale Amt für Gemeinden und Raumordnung gab zwar grünes Licht, die Beschwerde wurde aber an die nächste Instanz weitergezogen. Ein Ende ist in dieser Angelegenheit noch nicht in Sicht.

Berner Zeitung

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