Das Dorf weiterentwickeln

Rütschelen

Bei der Ortsplanungsrevision ist der Rütschelens Einfluss gegenüber dem Kanton Bern klein. Trotzdem soll die Überarbeitung Verbesserungen für die Einwohner bringen.

Der Ortsteil Berg ist der einzige im Dorf, der in den letzten Jahrzehnten gewachsen ist.

Der Ortsteil Berg ist der einzige im Dorf, der in den letzten Jahrzehnten gewachsen ist.

(Bild: Thomas Peter)

Julian Perrenoud@JulianPerrenoud

Die Revision ist fast am Ziel, aber eben nur fast. Die Akten liegen noch bis zum 5. November bei der Verwaltung öffentlich auf. Gibt es keine Einsprachen, kommen sie am 1. Dezember vor die Gemeindeversammlung. Falls das Volk diese gutheisst, braucht es noch eine Genehmigung durch das Amt für Gemeinden und Raumordnung.

Erst dann kann die neue Ortsplanungsrevision von Rütschelen nach über zwei Jahren des Planens und Erarbeitens in Kraft treten. Gemäss Gemeindepräsident Stefan Herrmann hat das Dorf im Wesentlichen die kantonalen Richtlinien übernommen und das Baureglement sowie den Zonenplan überarbeitet. «Mit den neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen ist der Handlungsspielraum für uns sehr eingeschränkt», sagt er.

Die letzte Gesamtrevision der Gemeinde liegt, abgesehen von einer Teilrevision, mittlerweile zehn Jahre zurück. In den vergangenen Jahren haben sich jedoch verschiedene Rahmenbedingungen verändert: Der Richtplan 2030 des Kantons Bern wurde überarbeitet und vom Bundesrat genehmigt. Die Vorgabe zur inneren Verdichtung einer Gemeinde hat dabei Auswirkungen auf die kommunale Planung. Deshalb packte Rütschelen im Jahr 2016 die Ortsplanungsrevision an.

Bevölkerung wirkt mit

Mit dem Ziel, Begriffe und Messwerte beispielsweise bei Gebäudehöhen zu vereinheitlichen, hat der Kanton Bern eine neue Verordnung erlassen. Wie für alle Gemeinden bedeutet dies auch für Rütschelen, dass es bis Ende 2020 das Baureglement und den Zonenplan prüfen und überarbeiten muss.

Das Baureglement orientiert sich dabei am kantonalen Musterbaureglement. Nebst den Pflichtaufgaben liess die Gemeinde im Rahmen der Revision ein Leitbild erstellen, bei dem die Bevölkerung mitwirken konnte. Laut dem Gemeinderat ergibt sich so die Chance, sich mit der räumlichen Entwicklung von Rütschelen und seinen Ortsteilen Dorf/Hubel, Berg, Flösch, Wil/Stampfi, Spiegelberg und den Aussenhöfen auseinanderzusetzen.

«Der Handlungsspielraum ist für uns sehr eingeschränkt.»Stefan Herrmann, Gemeindepräsident

Das einfache Leitbild umfasst Massnahmenblätter, die grobe Ziele der Gemeindeentwicklung aufzeigen. Etwa bezüglich Dorfzentrum, Schützenhaus und Hornusserplatz, Alterswohnungen, Neu- und Umzonungen, der Vereine sowie des Gewerbes.

Ideen der sogenannten Rütscheler Perlenkette sehen beispielsweise eine Veloverbindung nach Madiswil vor, einen Wohnmobilstellplatz, Bachrenaturierungen, neue Fusswege und Wohnen am Bach. Gleichzeitig soll ebenfalls die Überflutungsgefahr gelindert werden.

Nur positive Auswirkungen

Im Rahmen der Revision der Ortsplanung werden auf dem Gemeindegebiet nur bereits überbaute Flächen eingezont. Die bestehenden Reserven befinden sich im weitgehend überbauten Gebiet, Fruchtfolgeflächen sind von den Planungsmassnahmen keine betroffen. Einzig im Ortsteil Berg hat es gemäss der Gemeinde noch einige wenige freie Bauparzellen.

Gemäss dem Erläuterungsbericht sollen alle Massnahmen zur Aufwertung des Lebensraums beitragen und positive Auswirkungen auf die Infrastruktur sowie die Umwelt haben. Denn wie schon 2017 im «Der Rütscheler» zur Revision stand: «Die hohe Attraktivität, welche Rütschelen heute als Ort zum Wohnen für junge Familien besitzt, gilt es zu halten.»

Langenthaler Tagblatt

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